Der Medizintipp: Warum muss man vor einer Operation nüchtern sein?

Prof. Dr. med. Klaus Friedrich Waschke
Chefarzt
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Nüchtern sein - das bedeutet nicht nur, keinen Alkohol zu trinken. Sechs Stunden vor einer Operation dürfen Patienten keine Nahrung und zwei Stunden vorher auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Grund für diese Maßnahme ist die Sicherheit des Patienten während der Narkose. Prof. Dr. med. Klaus Friedrich Waschke, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, erklärt die Hintergründe.

„Wenn eine Allgemeinanästhesie, das heißt Vollnarkose, durchgeführt wird, werden Medikamente verabreicht, die dazu führen, dass die Schutzreflexe, also Husten, Schlucken, Atmen in erheblichem Maße reduziert sein können. Wenn Magensaft oder Nahrungsbestandteile in die Lunge kommen, dann kann dies zu schwersten Lungenentzündungen oder zu einem ausgeprägten Lungenversagen führen."

Sich nicht daran zu halten, kann also lebensgefährlich sein. Sollten Sie vor einer Operation versehentlich doch Nahrung oder Flüssigkeit zu sich sich genommen haben, informieren Sie unbedingt Ihren Anästhesisten.

Sechs Stunden vor der Operation nichts mehr essen und zwei Stunden vorher nichts mehr trinken – diese Regel gilt auch für Lokalanästhesien (örtliche bzw. regionale Betäubung). Sollte im OP-Verlauf eine Vollnarkose erforderlich werden, muss der Patient zu seiner eigenen Sicherheit nüchtern sein.

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