Bauchaorta im Blick

Dr. med. Thomas Nowak, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Angiologie

 

Evangelia Papadaki, Oberärztin der Klinik für Gefäßchirurgie und Angiologie

Das erfahrene Team der Klinik für Gefäßchirurgie und Angiologie

Eine krankhafte Aussackung der Bauchschlagader (Aortenaneurysma) ist Folge instabiler Gefäßwände. Kommt es zum Einriss der größten Arterie des Menschen, kann dies lebensbedrohlich sein. Dr. med. Thomas Nowak, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Angiologie, und Oberärztin Evangelia Papadaki erklären im Interview die gefäßchirurgische Therapie.

Wie macht sich ein Bauchaortenaneurysma bemerkbar?
Dr. med. Thomas Nowak: Meist gar nicht. Und genau darin liegt die Gefahr für den Patienten. Durch die Bauchschlagader fließen circa drei Liter Blut pro Minute. Wenn sie einreißt, ist der Blutverlust so groß, dass er zu einem Kreislaufzusammenbruch führen kann.

Was sind mögliche Symptome?
Dr. med. Thomas Nowak: Vor allem größere Aneurysmen können Rücken- oder Bauchschmerzen verursachen. Wir können bei Verdacht mittels Ultraschalluntersuchung den Durchmesser der Bauchschlagader bestimmen. Je nach Ausprägung und Wachstumsdynamik empfehlen wir eine gefäßchirurgische Therapie.

Dabei sind minimal invasive Operation erste Wahl
Evangelia Papadaki: Ja. Wir können unseren Patienten ein vergleichsweise schonendes Verfahren anbieten, um die Erkrankung zu behandeln. Über einen kleinen Schnitt in der Leiste wird ein Röhrchen (Stent) behutsam bis in den erweiterten Abschnitt der Aorta geführt und dort eingesetzt. Der Blutfluss wird über den Stent gesichert, das Aortenaneurysma überbrückt. Die Gewäßwand wird dadurch entlastet und das Wachstum des Aneurysmas kann (in Schrumpfung umgekehrt)  deutlich minimiert werden.

Wie präzise ist der Eingriff?
Dr. med. Thomas Nowak: Millimetergenau. In unserem Hybrid-Operationssaal können dank moderner Bildgebung auch komplexe Aorteneingriffe präzise durchgeführt werden. Möglich wird dies durch die dreidimensionale Fusionsbildgebung.

Wie funktioniert das?
Dr. med. Thomas Nowak: Das beginnt bereits bei der Vorbereitung des Eingriffs. Mittels einer zur Planung des Eingriffs erstellten Computertomographie (CT) werden die Größe der Aussackung bestimmt und die benachbarten Blutgefäße exakt dargestellt. Eine softwarebasierte Technologie erkennt anhand der CT-Bilder die Gefäßwände und markiert wichtige Strukturen wie abzweigende Nierenarterien, Darmarterien und Beckenarterien. Der Arzt kann zusätzlich auch eigene Markierungen setzen.

Zu Beginn des Eingriffs wird das CT-Bild mit den 2D-Röntgenaufnahmen, die im Operationssaal live mittels der Angiographieanlage erstellt werden, zusammengeführt. Auf dem Bildschirm über dem OP-Tisch erscheint ein dreidimensionales Fusions-Bild. Die 3D-Fusionsbilder unterstützen beim Navigieren durch die Hauptschlagader und bei der ständigen Kontrolle der Arbeitsschritte. Der Stent kann so sehr präzise platziert werden.

Evangelia Papadaki: Weitere Vorteile. Während der Operation müssen kaum noch zusätzliche Gefäßdarstellungen mit Kontrastmittel angefertigt werden. Für den Patienten – und auch für das Operationsteam – bedeutet dies einen deutlich reduzierteren Strahlen- und Kontrastmitteleinsatz sowie spürbar kürzere Operationszeiten.

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