Der Medizintipp: Brauchen wir noch Chemotherapie?

Zur Behandlung von Tumoren schien die Chemotherapie lange Zeit alternativlos. Nun machen neue Therapiemethoden Hoffnung. Prof. Dr. med. Burkhard Hennemann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, spricht über die aktuellen Entwicklungen in der Krebstherapie.

„Chemotherapien sind in der Regel Zellgifte, die wir über die Vene oder in Tablettenform den Patienten geben. Sie töten unspezifisch bösartige Zellen ab – aber eben auch gesunde“, erklärt der Onkologe die Nebenwirkungen. Ein bekanntes Symptom ist der Haarausfall, der entsteht, weil die eingesetzten Medikamente, sogenannte Zytostatika, auch die Haarwurzelzellen angreifen.

„Das hat sich grundlegend geändert mit der Entdeckung der zielgerichteten Therapien, die sich biologische Besonderheiten von Tumorzellen zu Nutze machen und im Idealfall nur die Tumorzelle angreifen können“, weiß Prof. Dr. med. Burkard Hennemann.

„Daneben hat sich in den letzten Jahren mit der Immuntherapie eine dritte Möglichkeit etabliert. Sie richtet sich nicht gegen die Krebszelle, sondern dient dazu, das körpereigene Immunsystem wieder in die Krebsbekämpfung mit einzubeziehen.“ Das Immunsystem bekämpft nicht nur Viren und andere Erreger, sondern beseitigt auch beschädigte Zellen – auch Krebszellen. Diese schützen sich jedoch teilweise vor dem Immunsystem. Gegen diese „Tricks“ der Krebszellen richtet sich die Immuntherapie.

Immuntherapie und zielgerichtete Therapien werden derzeit intensiv erforscht. Einige Methoden sind für bestimmte Patienten aber schon zugelassen. Weitere Informationen zu diesem Thema bietet u.a. der Krebsinformationsdienst. Eine ausführliche und individuelle Auskunft erhalten Sie bei Ihrem behandelnden Arzt und in der Sprechstunde der Klinik.

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