Der Medizintipp: Pulmonalvenenisolation

Wenn die Herzvorhöfe „flimmern" können elektrische Fehlimpulse aus den Lungenvenen die Ursache sein. Wie die Herzrhythmusstörung behandelt werden kann und warum der Arzt dabei gewissermaßen zum Elektriker wird, erklärt Dr. med. Ute Ruprecht, stellvertretende Abteilungsärztin der Abteilung für Elektrophysiologie.

Für einen gesunden Herzrhythmus spielen elektrische Impulse eine wichtige Rolle. Die normale Erregung des Herzmuskels beginnt am Sinusknoten, der sich im Dach des rechten Vorhofes befindet. Etwa 70 Mal pro Minute werden von hier aus zuerst die beiden Vorhöfe erregt. Beim Vorhofflimmern werden aus einer oder mehreren der vier Lungenvenen (Pulmonalvenen) bis zu 600 falsche Impulse pro Minute freigesetzt. In der Folge können die Herzvorhöfe nicht mehr richtig kontrahieren und die Pumpfunktion des Herzens wird beeinträchtigt.

Symptome des Vorhofflimmerns sind unter anderem ein plötzliches Schwächegefühl, Herzrasen oder Herzstolpern. Im Gegensatz zum Kammerflimmern ist das Vorhofflimmern zwar nicht direkt lebensbedrohlich, unbehandelt erhöht es jedoch die Risiken für Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle.

Ursache und Therapie des Vorhofflimmerns – Der Arzt als Elektriker

„Die Lungenvenen sind im Grunde genommen wie eine Art Gummischläuche, die das Blut aus der Lunge sauerstoffreich in das Herz transportieren“, erklärt Dr. med. Ute Ruprecht. „Das Herz wiederum ist ein enorm gut leitendes elektrisches Medium. Und in diesem Aufeinandertreffen von Materialien können elektrische Fehlimpulse kreisen.“

Bei der Pulmonalvenenisolation treten die Ärzte deshalb gewissermaßen als Elektriker auf. Über die Leiste führen Sie einen Ablationskatheter zum Herzen. Mithilfe von Hochfrequenzstrom kann dann das Herzmuskelgewebe um die beiden Lungenvenenareale verödet werden. Es entsteht eine sogenannte Ablationslinie, die eine weitere Übertragung der Fehlimpulse aus den Lungenvenen verhindert.  

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