Der Medizintipp: Gicht

Lange galt die Gicht als „Krankheit der Könige“. Der übermäßige Genuss von Fleisch und Alkohol löste vor allem beim Hochadel die gefürchteten Gichtanfälle aus, während sich die Normalbevölkerung derartige Exzesse nicht leisten konnte. Heute weiß man, dass nicht allein eine ungesunde Ernährung für die Erkrankung verantwortlich ist. Auch genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle, wie Dr. med. Lukas Funk erklärt.

„Die Gicht ist eigentlich eine genetische Erkrankung. Ursächlich ist eine Störung der Harnsäureausscheidung über die Nieren. Harnsäure wird vermindert ausgeschieden und lagert sich im Körper, vor allem in den Gelenken ein. Dies führt zu dann Entzündungen.“

Die Harnsäure ist das Endprodukt, welches beim Abbau von Purinen im menschlichen Körper übrigbleibt. Purin findet sich in größeren Mengen in Fleisch, Alkohol und hefehaltigen Produkten. Eine ungesunde Ernährung ist somit zwar nicht die Ursache der Gichterkrankung, kann aber bei einem gestörten Harnsäurestoffwechsel schmerzhafte Gichtattacken auslösen. Eine Umstellung der Ernährung ist deshalb der Schlüssel zu einer erfolgreichen Gichttherapie. Zusätzlich kann der Arzt die Behandlung mit Medikamenten unterstützen, um den Harnsäurespiegel zu stabilisieren. Bei akuten Gichtanfällen helfen zudem Entzündungshemmer und ggf. Schmerzmittel.

„Langfristig geht es darum, den Harnsäurespiegel im Blut zu senken“, sagt Dr. med. Lukas Funk – denn zu viel Harnsäure (Hyperurikämie) führt nicht nur zu schmerzhaften Gelenkentzündungen, sondern erhöht auch das Risiko für Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose, Nierensteine und Nierenversagen.

Weitere Informationen

Wenn bei Ihnen eine Gichterkrankung diagnostiziert wurde, wird Ihr behandelnder Arzt Sie über die Therapie sowie eine Ernährungsumstellung informieren. Tipps für eine purinarme Ernährung finden Sie zum Beispiel in dieser Liste (externer Link: Internisten im Netz)

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