Der Medizintipp: Hodenkrebs

Dr. med. Andriy Shaleva
Leitender Oberarzt
Klinik für Urologie und urologische Onkologie

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Das Hodenkarzinom ist ein eher seltener Tumor. Bei Männern im Alter zwischen etwa 25 und 45 Jahren gehört er allerdings zu den häufigsten Krebserkrankungen. Früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut – und bei der Früherkennung kann Mann auch selbst schon viel tun.

„Häufig können die Patienten eine ungewöhnliche Verhärtung oder eine Volumenzunahme im Hoden ertasten“, erklärt Dr. med. Andriy Shaleva, Leitender Oberarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie am Alfried Krupp Krankenhaus. Er rät deshalb auch jungen Männern zur selbstständigen Tastuntersuchung. Auffällige Veränderungen können dann sofort von einem Urologen abgeklärt werden.

Hodenkrebs: Diagnose

Spürt ein Patient zum Beispiel eine – meist schmerzlose – Verhärtung oder Veränderung eines Hodens, wird der Urologe diesen Verdacht zunächst selbst per Tastuntersuchung überprüfen. Ultraschall und Urinuntersuchungen liefern weitere Hinweise auf eine mögliche Krebserkrankung. Erhärtet sich der Verdacht, ist eine Gewebeprobe (Biopsie) nötig, um die Art des Tumors klar zu bestimmen.

Hodenkrebs: Therapie

Von der Art des Tumors hängt die weitere Behandlung ab. Bei Befall eines Hodens muss dieser in der Regel operativ entfernt werden (radikale Orchiektomie). Meist ist nur ein Hoden betroffen, der zweite Hoden sollte aber mit untersucht werden. In fortgeschrittenen Stadien kann es auch erforderlich sein, zusätzlich befallene Lymphknoten zu entfernen und eine Strahlen- und/oder medikamentöse Therapie anzuschließen. Auch muss abgeklärt werden, ob sich Metastasen in anderen Organen gebildet haben.
Früh erkannt, sind die Chancen auf eine komplette Gesundung jedoch sehr gut.

Sexualität und Fortpflanzung

Normalerweise kann der andere Hoden die Funktion des entfernten Hodens übernehmen, sodass weder die Erektions-, noch die Zeugungsfähigkeit des Mannes beeinträchtigt werden. In einigen Fällen kommt es jedoch vor, dass auch die Spermienproduktion im verbleibenden Hoden zurückgeht. Auch eine Chemotherapie kann sich negativ auf die Zeugungsfähigkeit auswirken.
Der behandelnde Urologe klärt mit dem Patienten deshalb im Gespräch einen möglichen Kinderwunsch und berücksichtigt dies bei der Therapie. Eine Möglichkeit ist die Konservierung von Spermien für eine spätere künstliche Befruchtung.  

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