Der Medizintipp: Akustikusneurinom

Prof. Dr. med. Dr. (Univ.-Verona) Florian Ebner
Chefarzt
Klinik für Neurochirurgie

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Neurinome sind gutartige Tumoren des peripheren Nervensystems. Drücken sie auf den Hör- und Gleichgewichtsnerv (lat. Nervus Vestibulocochlearis), erleben Patienten häufig Hörminderungen oder Schwindel. Da Neurinome in der Regel langsam wachsen, können Arzt und Patient in Ruhe die richtige Therapie wählen. Welche Möglichkeiten es gibt, weiß Prof. Dr. med. Dr. (Univ. Verona) Florian Ebner, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie.

„Wenn der Tumor klein oder mittelgroß ist, empfiehlt man in der Regel eine Verlaufskontrolle, um zu schauen, wie der Tumor sich verhält und ob er überhaupt weiter wächst." Ist dies der Fall oder drückt der Tumor bereits auf wichtige Strukturen, kann er entweder mikrochirurgisch entfernt oder strahlentherapeutisch behandelt werden.

Gutartig und lange unbemerkt

Akustikusneurinome bleiben bei vielen Patienten lange unentdeckt, da sie nur langsam wachsen und zunächst keine Probleme machen. Erst Symptome wie ein plötzlicher einseitiger Hörverlust oder Schwindelanfälle führen die Ärzte auf die Spur. Häufig stellt der HNO-Arzt eine erste Verdachtsdiagnose, die dann unter anderem per Magnetresonanztomographie (MRT) geprüft wird. Insgesamt ist das Akustikusneurinom jedoch eine eher seltene Erkrankung – weniger als 1.000 Patienten erhalten in Deutschland pro Jahr die Diagnose. 

Ist der Tumor klein und wächst nicht, benötigen Patienten häufig keine weitere Behandlung. Eine ständige Verlaufskontrolle mit regelmäßigen MRT-Terminen ist jedoch notwendig, um bei Veränderungen schnell reagieren zu können.

Behandlung des Akustikusneurinoms

Ein wachsender Tumor kann im Gehirn wichtige Strukturen beeinträchtigen, was in der Folge zu neurologischen Ausfällen führt. In diesem Fall kann ein speziell geschulter Neurochirurg das Neurinom operativ entfernen. Der mikrochirurgische Eingriff erfordert vom Operateur eine sehr hohe Kompetenz in der Hirntumorchirurgie, um Komplikationen in diesem sensiblen Bereich möglichst auszuschließen.

Als Alternative zu einer Operation, etwa, wenn eine Narkose aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, kann das Neurinom auch bestrahlt werden. Die energiereiche Strahlung zerstört punktgenau das Tumorgewebe. Das gesunde Gewebe ist gegenüber der Strahlung weniger anfällig und kann sich erholen.

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