Der Medizintipp: Herzpumpe

Priv.-Doz. Dr. med. Hagen Kälsch
Leitender Oberarzt
Abteilungsarzt für interventionelle Kardiologie
Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie, Gastroenterologie und Intensivmedizin

Dank moderner Katheter-Technik ist bei verstopften oder verengten Herzkrankgefäßen häufig keine Bypass-Operation mehr nötig. Eine neue Herzpumpe erlaubt es nun, auch Hochrisikopatienten im Herzkatheterlabor zu behandeln. Priv.-Doz. Dr. med. Hagen Kälsch erklärt die Vorteile des Verfahrens.

„Wir können bei Patienten, die kritisch krank sind, mit Katheter-Technik einen eigentlich operationspflichtigen Befund einfach durch die Leiste behandeln. Ohne Vollnarkose, ohne Intensivstation, als geplante Prozedur.“

Als kritisch krank gelten zum Beispiel Patienten mit mehreren Gefäßverengungen oder Herzinsuffizienz. Auch ein hohes Lebensalter oder Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder Niereninsuffizienz sprachen bislang meist gegen eine Katheterbehandlung.

Die sogenannte Impella-Pumpe, die ebenfalls über einen Leistenkatheter in die linke Herzkammer vorgeschoben wird, ermöglicht es nun in vielen Fällen, auch Risikopatienten zu behandeln. Das Linksherz-Unterstützungssystem pumpt während des Eingriffs Blut von der linken Herzkammer in die Aorta und entlastet so das Herz. Das verschafft dem Kardiologen Zeit, die verengten oder verschlossenen Gefäße wieder zu eröffnen und mit Stents zu stabilisieren. Sobald sich das Herz nach dem Eingriff erholt hat, kann die Herzpumpe wieder entfernt werden.

Von der Stabilisierung des Kreislaufes durch die Herzpumpe profitieren auch Notfallpatienten mit kardiogenem Schock. Durch das Unterstützungssystem kann der Blutkreislauf unterstützt und ein Organversagen verhindert werden, während der Arzt die verschlossenen Blutgefäße wieder eröffnet.

Seit 2017 setzt die Abteilung für Kardiologie am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen-Rüttenscheid erfolgreich die Linksherzunterstützung mit Impella ein. Seitdem haben die Experten für interventionelle Kardiologie zahlreiche Eingriffe mit der Herzpumpe durchgeführt. Die Abteilung gehört damit zu den erfahrensten Zentren in Deutschland.

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Sekretariat

Anke Blackmeier, Sandra Klimmek
Telefon 0201 434-2518
Telefax 0201 434-2389
anke.blackmeier@krupp-krankenhaus.de

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