Interplast: Hilfe in Tansania

Priv.-Doz. Dr. med. Daniel Tilkorn
Leitender Oberarzt
Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie

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Während einer Operation - Bild: Interplast / St. Benedikt-Hospital Ndanda

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In Ndanda, im Südosten Afrikas, versorgt das St. Benedikt-Hospital jährlich etwa 95.000 Patienten. Die chirurgische Abteilung ist klein, für plastische Operationen fehlen Zeit, Mittel und Erfahrung. Priv. Doz. Dr. med. Daniel Tilkorn war deshalb im September 2018 mit Interplast e.V. vor Ort, um das Ärzteteam mit seiner Expertise zu unterstützen.

In Tansania kommen auf 100.000 Einwohner im Schnitt zwei Ärzte – in Deutschland sind es 419. Patienten mit plastisch-chirurgischen Problemstellungen wie Verbrennungen oder Fehlbildungen im Gesicht und an den Extremitäten haben in Afrikas fünftgrößtem Staat kaum Aussicht auf Hilfe.

„Die Patienten leiden oft jahrelang unter physischen und psychischen Beeinträchtigungen“, sagt Dr. med. Daniel Tilkorn. Der leitende Oberarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie des Alfried Krupp Krankenhaus engagiert sich deshalb im Verein INTERPLAST-Germany e.V. Seine Sektion Stuttgart-Münster leistet bereits seit 2007 medizinische Unterstützung in Ndanda.

Für den Mediziner war es der dritte Einsatz im St. Benedikt-Hospital. Er möchte mit seinem Können anderen helfen, investiert dafür sogar seinen Urlaub. „Niemand kann etwas dafür, in einem Land geboren zu sein, in dem die medizinische Versorgung unzureichend ist“, erklärt der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. „Ich habe Glück, in Deutschland zu leben. Als Arzt sehe ich es da als meine Aufgabe, etwas zurückzugeben und zu helfen.“

Weil sie oft keine andere Hilfe erhalten können, nehmen die Patienten lange Anreisewege in Kauf, um sich von den Interplast-Spezialisten behandeln zu lassen. „Insgesamt haben wir bei diesem Einsatz 41 Mal operiert. Die Patienten haben oft schlecht verheilte Wunden, Verbrennungen oder Fehlbildungen, die sie wirklich schwer belasten.“

An Freizeit ist bei einem Interplast-Einsatz kaum zu denken. Von morgens bis abends stehen die freiwilligen Helfer mit ihren afrikanischen Kollegen im OP. Wenn die Zeit reicht, schulen sie das Personal in Ndanda, um die Vor- und Nachsorge zu verbessern. Ein Problem? „Nein“, lacht Dr. med. Daniel Tilkorn, der auch an der Klinik in Essen-Steele immer 100 Prozent gibt. „Ich tue das, was mir Spaß macht: Operieren und Patienten behandeln.“

Bei den gemeinsamen Mahlzeiten im St. Benedikt-Hospital und einem Pausentag blieb ihm dennoch etwas Zeit, um das Land und seine Gastfreundschaft für immer in sein Herz zu schließen. „Die Menschen dort sind wirklich sehr nett. Es wird viel gelacht, viel gesungen. Auch landschaftlich ist Tansania sehr beeindruckend.“ Für die Zukunft wünscht sich Dr. med. Daniel Tilkorn, dass das Gesundheitssystem dort irgendwann auf eigenen Füßen stehen kann. Bis dahin wird er sich weiter bei Interplast e.V. engagieren.

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