Wasserdampf hilft Wasser lassen

Schwacher Harnstrahl, Pressen, Nachtröpfeln – bei einer gutartig vergrößerten Prostata ist der Gang zur Toilette kein Vergnügen. Abhilfe versprechen Therapien mit Medikamenten oder eine Operation – zum Beispiel mit modernen Lasern. Noch schonender ist die Verkleinerung des Gewebes mit Wasserdampf – ein Verfahren, das erst seit kurzem in Deutschland verfügbar ist. Wie es funktioniert, weiß Dr. med. Joschka Krude, Oberarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie.

„Bei der sogenannten Rezūm-Therapie führen wir eine dünne Kamera durch die Harnröhre in die Prostata ein. Über eine kleine Nadel wird dann Wasserdampf in das vergrößerte Prostatagewebe gespritzt. Der Körper kann das verödete Gewebe anschließend über den natürlichen Heilungsprozess selbst abbauen.“

Das minimal invasive Verfahren kann in einer kurzen Narkose durchgeführt werden und dauert nur wenige Minuten. Besonders für ältere Patienten, die eine lange Narkose nicht gut vertragen, ist dies ein Vorteil. Doch auch jüngere Patienten, die sexuell aktiv sind, können von der neuen Wasserdampftherapie profitieren: „Rezūm dringt nicht bis zum Blasenhals vor, sodass die Ejakulation in der Regel nicht beeinträchtigt wird“, erklärt Dr. med. Joschka Krude.

Lasertherapie, Elektroschlinge und Medikamente bleiben aber wichtige Therapiealternativen für Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie). „Welche Behandlung für den Patienten individuell am besten geeignet ist, klären wir in einem ausführlichen Vorgespräch hier bei uns in der Klinik“, sagt Dr. med. Joschka Krude.

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