So klein, so wichtig: Die Niere

Prof. Dr. med. Wolfgang Grotz
Chefarzt
Klinik für Nephrologie, Endokrinologie, Altersmedizin und Innere Medizin

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"Die Niere ist ein klagloses Organ", weiß Prof. Dr. med. Wolfgang Grotz. Nierenerkrankungen bleiben lange beschwerdefrei. Der Chefarzt rät daher zur Vorsorgeuntersuchung – etwa bei Bluthochdruck.

Die Nieren – sie liegen tief im Inneren des Körpers, sind circa 200 Gramm schwer und leisten Schwerstarbeit. Sie waschen pausenlos unser Blut. Jeden Tropfen etwa 300 Mal am Tag. So durchströmen täglich etwa 1800 Liter die beiden Filterorgane.
Die Nieren trennen unter anderem Giftstoffe, Harnstoff und Salze. 99 Prozent der Flüssigkeit geben sie gereinigt in den Blutkreislauf zurück, zusammen mit Mineralstoffen, Eiweiß und Zucker. Der Rest wird als Urin ausgeschieden.
Gesunde Nieren halten den Wasser- und Salzhaushalt konstant und bilden Hormone, die den Blutdruck regulieren und die Blutbildung fördern. Außerdem nehmen sie wichtige Aufgaben im Vitamin-D-Stoffwechsel wahr.


Nierenschwäche bleibt oft unentdeckt
So vielfältig die Aufgaben des Organs sind, so vielfältig können die Probleme sein. Im Körper kann sich Wasser ansammeln und zu Ödemen führen. Auch können der Säure-Basen- und der Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Blutarmut kann mit Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und abnehmender Belastbarkeit einhergehen: „Auch Arteriosklerose (Arterienverkalkungen), Knochenerkrankungen oder Muskelschwäche sind schwerwiegende Folgen. Der ganze Körper kann von der Fehlfunktion der Nieren betroffen sein." 


Urintest - einfache Früherkennung 
Dabei wäre ein Nachlassen der Nierenfunktion oft frühzeitig erkennbar. Lange bevor Beschwerden auftreten, kann ein einfacher Urintest Hinweise auf Störungen geben. Eiweiß im Urin kann ein frühes Zeichen einer Fehlfunktion sein.
Die beiden häufigsten Risikofaktoren für eine Nierenschwäche gilt es ebenfalls aufzudecken: Bluthochdruck und Diabetes.
"Ein erhöhter Blutdruck ist immer ein Grund, die Nierenfunktion zu überprüfen", warnt Prof. Dr. med. Wolfgang Grotz. Denn Bluthochdruck gilt in zweierlei Hinsicht als Alarmzeichen. Zum einen schädigt er die feinen Nierenkörperchen. Wenn die Nierenarterien bereits krankhaft verengt sind, treibt das Organ selbst den Blutdruck weiter in die Höhe und löst so eine fatale Eigendynamik aus.
Auch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die kleinen Gefäße in den Nieren. Manche Menschen leiden unter Diabetes, ohne es zu ahnen. Andere wissen von ihrer Erkrankung, doch ihre Blutzuckerwerte sind nicht optimal. Wenn Diabetes frühzeitig erkannt und der Blutzuckerwert gut eingestellt wird, kann die Gefahr einer diabetischen Nierenschwäche deutlich reduziert werden.  
Ist die Niere bereits geschädigt, gehört der Patient in die Behandlung eines Nierenspezialisten. Der Nephrologe wird mit weiterführenden Untersuchungen die Diagnose abklären. Dann gilt es, Risiken zu vermeiden, die das geschwächte Organ zusätzlich schädigen könnten. Oft lässt sich so ein weiterer Funktionsverlust abbremsen.


Gesunder Lebensstil 
Die Überprüfung der Risikofaktoren ist deshalb so wichtig, weil sich bestehende Schäden nicht immer rückgängig machen lassen. Neben der medikamentösen Therapie von Bluthochdruck und Diabetes beugt ein gesunder Lebensstil vor. Denn hohe Cholesterinwerte und Nikotin belasten die Gefäßwände.

Ein weiterer Tipp: Wer sonst gesund ist, sollte täglich ausreichend trinken. Empfohlen werden mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag.

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