Der Medizintipp: Lymphödem

Mehr als nur schwere Beine: Wenn bei einem fortgeschrittenen Lymphödem Arme und Beine stark anschwellen, ist die Hilfe eines Experten gefragt. Ohne Therapie staut sich Flüssigkeit in der Unterhaut und kann den Patienten stark beeinträchtigen, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Daniel Tilkorn, Leitender Oberarzt in der Plastischen Chirurgie.

„Ein Lymphödem ist quasi ein Versagen der Lymphbahnen. Die Lymphbahnen sind dafür zuständig, dass das Gewebswasser aus der Peripherie wieder zum Herzen zurückgeführt wird.“

Denn neben dem Blutkreislauf dient auch das Lymphsystem dem Flüssigkeitstransport im Körper. Ist es gestört, lagert sich in den Zellzwischenräumen Flüssigkeit ab und es entstehen Schwellungen (Ödeme). Diese bereiten Patienten große Probleme: Das überbeanspruchte Gewebe schmerzt, Schuhe und Kleidung passen nicht mehr. Zudem wird ein Ödem oft als optischer Makel empfunden. Fortgeschrittene Lymphödeme können auch Entzündungen verursachen.

Ursache des Lymphödems

Etwa ein Drittel der Patienten leiden unter einer angeborenen Störung des Lymphsystems. Lymphgefäße oder –knoten fehlen, sind zu eng, zu weit oder verhärtet.

Ein sekundäres Lymphödem entsteht dagegen durch Verletzungen, nach Operationen oder als Folge von Erkrankungen wie Tumoren oder auch Adipositas.
Bei metastasierten Krebserkrankungen kann durch die Entfernung oder Bestrahlung betroffener Lymphknoten das Lymphsystem verletzt werden und auch der Tumor selbst kann den Flüssigkeitstransport beeinträchtigen. Dank moderner Operationstechniken und Strahlentherapien ist das Risiko für ein Lymphödem heutzutage allerdings gering.

Therapie des Lymphödems

Viel Bewegung ist ein Schlüssel konservativer Therapiemethoden. Die Muskelaktivität unterstützt den Abtransport des Gewebswassers wie eine Art Pumpe und wirkt so z.B. in den Beinen der Schwerkraft entgegen. Ebenfalls hilfreich sind Lymphdrainagen, eine Massagetechnik mit der ein Physiotherapeut die Funktion des Lymphsystems unterstützen kann. Kompressionsstrümpfe und Bandagen üben zusätzlich von außen Druck auf das Gewebe aus und verhindern eine weitere oder erneute Ausdehnung.

Reicht die konservative Behandlung nicht aus, zum Beispiel bei geschädigten Lymphgefäßen und -knoten, kann eine Operation helfen. Je nach Fall kann der Chirurg Lymphgefäße aus gesunden Körperregionen verpflanzen oder eine Ableitung in eine Vene schaffen, die das überschüssige Gewebswasser mit abtransportiert. Da diese Operationen immer auch einen erneuten Eingriff in das Lymphsystem bedeuten, wird der Arzt gemeinsam mit dem Patienten Nutzen und Risiken genau abwägen.

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