Lass Darmkrebs nicht dein Schicksal werden

Prof. Dr. med. Marco Niedergethmann
Chefarzt
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Kontaktinfos

Eine Initiative der Felix Burda Stiftung und weiterer Partner macht im Monat März auf die Darmkrebsvorsorge aufmerksam. Denn obwohl man diese Krebsart leicht verhindern oder bei Früherkennung heilen kann, sterben in Deutschland laut Robert Koch-Institut jährlich mehr als 25.000 Menschen an den Folgen einer Darmkrebserkrankung.

Chefarzt Prof. Dr. med. Marco Niedergethmann, Leiter des viszeralonkologischen Zentrums am Alfried Krupp Krankenhaus, informiert im Gespräch über Prävention und Krebsbehandlung.

Der Darm ist ein acht Meter langer Muskelschlauch. Warum wird er auch das zweite Gehirn genannt?

Als einziges Organ im Körper entscheidet der Darm unabhängig vom Gehirn. Er ist die Schaltzentrale im Bauchraum und organisiert 70 Prozent der Immunabwehr. Welche Stoffe dürfen im Körper bleiben? Was muss abtransportiert werden?  Das und vieles mehr entscheidet der Darm völlig selbständig. Hierzu ist der Darm als zweitgrößtes Nerven-Ballungsgebiet Körper bestens ausgestattet. Insofern ist die Bezeichnung zweites Gehirn zutreffend.

Entsprechend der Bedeutung des Darms sollte doch die Bereitschaft zur Darmkrebsvorsorge eigentlich hoch sein

Richtig, allerdings sind gerade Männer Vorsorge-Muffel. Dabei ist bei Männern Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung, bei Frauen sogar die zweithäufigste. Dabei ist Darmkrebs der einzige Krebs, der sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeiden lässt.

Inwiefern?

Wir sorgen dafür, dass Darmkrebs erst gar nicht auftritt. Hierzu tragen wir schon bei der Darmspiegelung (Koloskopie) die Polypen ab, aus denen sich Tumoren entwickeln könnten. Deutschlandweit ist dies bei rund sieben Prozent der Patienten der Fall.

Welche Vorsorge empfehlen Sie?

Die Darmspiegelung ist der Goldstandard zur Früherkennung von Darmkrebs. Sie ist schmerzfrei und bietet den höchsten Schutz. Ab dem 55. Lebensjahr wird die Untersuchung von den Krankenkassen getragen.
Für die Früherkennung empfehlen wir einmal jährlich den immunologischen Stuhltest. Durch ihn wird nicht-sichtbares Blut im Stuhl nachgewiesen. Der Test wird ab dem Alter von 50 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, kann aber die ab 55 Jahren empfohlene Darmspiegelung nicht ersetzen.

Wann hat ein Mensch ein erhöhtes Darmkrebsrisiko?

Ist in der Familie bereits Darmkrebs aufgetreten oder bestehen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, ist das Risiko deutlich erhöht. Bei fünf Prozent der Patienten handelt es sich um eine erbliche Form des Darmkrebses. Die Betroffenen sollten dann unabhängig vom Alter mit dem Haus- oder Facharzt über eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung sprechen. Zudem reduzieren eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Nikotin generell das Krebsrisiko.

Wie ist das Vorgehen bei der Diagnose Darmkrebs?

Hier kommt es auf das Zusammenspiel der Spezialisten an. Für die Untersuchung setzen wir im Alfried Krupp Krankenhaus spezielle, hochmoderne apparative Diagnostik ein. Gemeinsam besprechen dann Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Psychoonkologen den Befund jedes Patienten und stimmen eine individuell zugeschnittene Therapie ab. Wird der Krebs in einem Frühstation entdeckt, sind die Heilungschancen bei Darmkrebs tatsächlich sehr hoch.

Veranstaltungstipp: Darmprobleme - Wer spricht schon gerne darüber?

Mehr zum Viszeralonkologischen Zentrum

Alle Meldungen des Alfried Krupp Krankenhaus

Kontakt

Klinik für Allgemein- und
Viszeralchirurgie

Alfried Krupp Krankenhaus
Rüttenscheid
Alfried-Krupp-Straße 21
45131 Essen

Notfallnummer: 0201 434-2577

Anfahrt

Sekretariat
Marion Dunke

Telefon 0201 434-2535
Telefax 0201 434-2379

chirurgie@krupp-krankenhaus.de

Sprechstunden und Anmeldung