Hernien oder Bauchwandbrüche sind krankhafte Lücken der Bauchwand. Die Erkrankung kann Kinder und Erwachsene treffen und stellt eine der häufigsten Diagnosen in der Allgemein- und Viszeralchirurgie dar.
Zehn bis 15 Prozent aller Operationen, die Chirurgen in Deutschland durchführen, erfolgen wegen Hernien. Die meisten Eingriffe sind Leistenbruch-Operationen.
Leistenbruch
Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 200.000 Hernien neu diagnostiziert – 80 Prozent davon sind Leistenbrüche.
Ursachen für Leistenbrüche
Im Bereich der Leiste zieht beim Mann der Samenstrang durch den Leistenkanal zum Hoden, bei der Frau befindet sich hier das Mutterband. Diese Verbindung zur Bauchhöhle stellt eine natürliche Schwachstelle dar, die zum Beispiel bei falscher körperlicher Belastung brechen kann. Zudem gibt es unterschiedliche Risikofaktoren wie z.B. Vorerkrankungen, Bindegewebsschwäche oder auch angeborene Bruchstellen. Leistenbrüche treten bevorzugt bei Männern auf (Männer:Frauen=8:1).
Symptome eines Leistenbruchs
Leistenbrüche fallen häufig durch ein Schwellung mit zum Teil stechenden Schmerzen auf. Solch symptomatische Leistenbrüche sollten operiert werden, um zum einen die Beschwerden zu beseitigen und zum anderen das Risiko einer Einklemmung von Bauchorganen zu vermeiden.
Therapie des Leistenbruches
Operativ stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Ziel aller Methoden ist die Verstärkung der geschwächten Bauchwand im Leistenbereich. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Methoden: Die minimal invasive und die „offene“ Operation. Bei beiden Methoden wird ein Kunststoffnetz zur Verstärkung der Bauchwand eingebracht.
Die Entscheidung, welches operative Verfahren für den einzelnen Patienten das Richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab. Diese werden im persönlichen Gespräch zwischen Patient und Chirurgen erläutert. Einflussfaktoren können Alter, Geschlecht, Voroperationen aber auch das gleichzeitige Auftreten eines beidseitigen Leistenbruches sein.
Selbsthilfe
In Hagen hat sich die bundesweit erste Selbsthilfegruppe zum Thema Hernien gegründet. Auch hier finden Betroffene und Angehörige unabhängige Ansprechpartner:
Hernien-Selbsthilfe Deutschland e. V., Gruppe Hagen
Weitere Informationen
Nabelbruch
Der Bauchnabel stellt eine natürliche Schwachstelle der Bauchwand dar. Hier können Nabelbrüche auftreten. Kleinere Nabelbrüche können mit einer direkten Naht verschlossen werden, bei größeren Brüchen bieten sich minimal invasive Operationen an. Dabei wird die Brüchlücke mit einem speziellen Kunststoffnetz verschlossen.
Narbenbruch
Jede Bauchoperation kann eine Schwächung der Bauchwand zur Folge haben. Bei bis zu 15 Prozent aller Patienten die am Bauch operiert werden, entwickelt sich im weiteren Verlauf eine Narbenhernie. Hier reicht das Spektrum von kleinen Brüchen bis hin zu großen, komplizierten Narbenhernien. Somit reichen auch die Behandlungsmöglichkeiten vom direkten Nahtverschluss der Narbenhernie bis zu komplizierten Rekonstruktionen der Bauchdecke mit Einpflanzung von Kunststoffnetzen. Auch diese Operationen werden in unserer Klinik wenn möglich in minimal invasiver Technik durchgeführt.
Roboterassistierte Hernienchirurgie
Minimal invasive Nabel- und Narbenbrüchen können vielfach auch roboterassistiert mit dem da Vinci-Operationssystem behandelt werden. Die bekannten Vorteile der roboterassistierten Chirurgie wie eine niedrigere Komplikations- und Rückfallrate lassen sich in aktuellen Studien auch für die Hernienchirurgie bei Nabel- und Narbenbrüche nachweisen. Gern informiert Sie das chirurgische Team des Alfried Krupp Krankenhaus in Essen-Steele in der Herniensprechstunde über die Möglichkeiten einer da Vinci-Operation.

