Lebermetastasen, die insbesondere beim Dick- und Mastdarmkrebs auftreten können, zeigen zwar ein fortgeschrittenes Tumorstadium auf, sind aber dank moderner Technologien und interdisziplinärer Planung therapierbar. Und das mit guten Langzeit-Überlebensraten.
Auf diesem Gebiet verfügt die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie von Prof. Dr. med. Marco Niedergethmann über eine hohe fachliche Kompetenz. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiolologie und Neuroradiologie sowie den Abteilungen für Gastroenterologie in Essen-Rüttenscheid und Essen-Steele decken wir das gesamte Spektrum modernster Therapiemöglichkeiten bei Lebermetastasen ab.
Weitere Behandlungsmethoden
Stellt sich heraus, dass die Metastasen nicht operabel sind, besteht die Möglichkeit zur Schaffung einer sogenannten „sekundären Operabilität“. Dies bedeutet, dass zunächst eine Chemotherapie angesetzt wird und die Operation anschließend erfolgt. Diese Therapie wird interdisziplinär in unserem Bauchzentrum geplant und durchgeführt.
Lebermetastasen können wir auch minimal invasiv (laparoskopisch) operieren. Wesentliche Vorteile dieser Therapie sind der geringe Blutverlust und eine kleine Operationswunde. Des Weiteren tragen strategische Planungen und Operationsmethoden zu einer kompletten Entfernung sämtlicher Metastasenherde bei, so dass nur gesundes Lebergewebe verbleibt:
- 3D-Planung
Optimale Vorbereitung der Operationsstrategie durch computergesteuerte 3D-Planung des Operationsgebietes. - Zweizeitige Operationsmethoden (Split Operation)
Bei einem ausgeprägten Metastasenbefall der Leber werden die Metastasen im ersten Eingriff noch nicht entfernt, sondern nur der kleinere, gesunde Teil der Leber vom Erkrankten getrennt. Innerhalb von circa 14 Tagen wächst der gesunde Teil der Leber auf fast das Doppelte an; während einer zweiten Operation wird der tumorbefallene Leberabschnitt dann entfernt. Die nachgewachsene Leber ist anschließend groß genug, um die Leberfunktion ausreichend zu übernehmen. - Pfortader-Embolisation mit nachfolgender Operation
Auch hier liegt das Prinzip in der Förderung des Wachstums von gesundem Lebergewebe. Vor der Operation werden Blutgefäße des tumorbefallenen, zu entfernenden Lebergewebes zunächst durch eine radiologische Maßnahme in örtlicher Betäubung verschlossen (embolisiert). So kann die Durchblutung gesteigert werden, was wiederum dazu führt, dass sich die Leber vergrößert. - Multiviszerale Resektion
Gleichzeitige Entfernung befallener benachbarter Organe (multiviszerale Resektion) - Mikrowellenablation
Kombinierte operative Entfernung und Tumorzerstörung durch Hitze (Mikrowellenablation) unter Schonung der verbleibenden Leberfunktion
Weitere Informationen
Eine ausführliche Publikationsliste von Prof. Dr. med. Marco Niedergethmann zu diesem Thema finden Sie hier.