Hinweis Anfahrt Zentrale Notfall Notfall Menü Kontakt Suche Sprache Schließen Pfeil mehr PDF öffnen/schließen Herunterladen Herunterladen Plus Minus Teilen E-Mail Facebook Twitter YouTube WhatsApp Instagram Kalender Abspielen Pausieren Lautstärke Vollbild nach unten Warnung Hochladen Info Allgemein- und Viszeralchirurgie Pneumologie, Gastroenterologie und Innere Medizin

Akustikusneurinom – Diagnose und Therapie

Das Akustikusneurinom (auch Vestibularisschwannom genannt) ist ein gutartiger Tumor der vom achten Hirnnerven, dem Nervus vestibulocochlearis, ausgeht. Der achte Hirnnerve zieht vom Innenohr durch den inneren Gehörgang des Felsenbeins aus und tritt im sogenannten Kleinhirnbrückenwinkel in den Hirnstamm ein. Dieser Nerv ist sowohl für das Gleichgewicht (Nervus vestibularis) als auch für das Hörvermögen (Nervus cochlearis) essentiell.


Der Tumor entsteht aus der Nervenhülle des Nervus vestibularis. Daher ist die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung „Vestibularisschwannom“, auch wenn der häufig verwendete Name „Akustikusneurinom“ das Leitsymptom Hörminderung widerspiegelt.

Symptome

Das häufigste Symptom eines Akustikusneurinoms sind rezidivierende Hörstürze, welche sich vollständig zurückbilden können. Gelegentlich bleibt jedoch eine Hörminderung bestehen. Auch ein einseitiger Tinnitus oder eine langsam fortschreitende Hörminderung auf einem Ohr sind häufige Symptome eines Akustikusneurinoms.

Diagnostik

Im Durchschnitt wächst ein Akustikusneurinom ca. ein bis zwei Millimeter pro Jahr. Zur Diagnostik gehören ein MRT des Schädels mit und ohne Kontrastmittel, eine dünnschichtige Darstellung des Kleinhirnbrückenwinkels sowie eine Tonaudiometrie, um das Hörvermögen zu beurteilen.

Die Tumorgröße wird nach der Hannover-Klassifikation folgendermaßen eingeteilt:

  • T1: intrameatales (auf den inneren Gehörgang beschränktes) Wachstum
  • T2: intra- und extrameatales Wachstum (im inneren Gehörgang und in den Kleinhirnbrückenwinkel hineinragend)
  • T3a: der Tumor füllt die cerebellopontine Zisterne
  • T3b: mit Kontakt zum Hirnstamm
  • T4a: verdrängt den Hirnstamm
  • T4b: verlegt den vierten Ventrikel

Therapieoptionen

Wird die Diagnose eines Akustikusneurinoms gestellt, bestehen grundsätzlich drei mögliche Vorgehensweisen:

  • Verlaufsbeobachtung
  • radiotherapeutische Behandlung
  • mikrochirurgische Operation.

Neben der Tumorgröße sind die Hirnnervenfunktion, die Lage und der Aufbau des Tumors, das Alter der Patienten, eventuelle Begleiterkrankungen sowie die Erwartungen, Sorgen und Wünsche der Patienten von essentieller Bedeutung im Entscheidungsprozess.

In einem ausführlichen Beratungsgespräch in unserer Spezialsprechstunde werden all diese Aspekte Ihres individuellen Falls mit Ihnen persönlich erörtert, um zu einer für Sie passenden Empfehlung zu gelangen.

Operation des Akustikusneurinoms

Die Operation erfolgt in Vollnarkose entweder in Rückenlage oder in halbsitzender Lagerung über einen Schnitt hinter dem Ohr. Während des gesamten Eingriffs werden die Hirnnervenfunktionen elektrophysiologisch überwacht, um das Risiko möglicher Schädigungen durch die Operation von vornherein zu reduzieren.

Die meisten Operationen verlaufen komplikationslos. Möglich sind jedoch Nachblutungen, Infarkte, ein Nervenwasseraustritt aus der Nase, Entzündungen, eine Luftembolie (bei der halbsitzenden Lagerung), eine Hörminderung oder -verlust auf der betroffenen Seite und eine (in der Regel nur vorübergehende) Gesichtsnervenlähmung. Am häufigsten treten nach der Operation Schwindel und/Übelkeit auf, welche sich jedoch schnell bessern, so dass die meisten Patienten schon nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen können.

Unsere Physiotherapeuten betreuen Sie vom ersten postoperativen Tag an mit auf Sie abgestimmten Übungen. Spezielle Übungshefte für die Gesichtsnerven- und Gleichgewichtsfunktion wurden entwickelt und werden Ihnen ausgehändigt.

Häufige Fragen zur Operation

Wie lange werde ich im Krankenhaus sein?

Der Krankenhausaufenthalt beträgt in der Regel sieben bis zehn Tage. Am Aufnahmetag werden verschiedene Voruntersuchungen, u.a. eine dünnschichtige CT-Aufnahme der knöchernen Schädelbasis, eine Doppler-Untersuchung der hirnversorgenden Gefäße, ein EKG, ein Narkose- sowie ein Aufklärungsgespräch mit dem Stationsarzt durchgeführt. Am nächsten Tag findet dann die Operation statt. Die erste Nacht nach der Operation verbringen Sie zur Überwachung auf der neurochirurgischen Intensivstation. Am nächsten Tag wird ein Kontroll-CT des Schädels durchgeführt. Anschließend erfolgt die Verlegung auf die Normalstation. Schon am ersten Tag nach der Operation wird mit der Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen. Auch wird täglich ein Training der Gesichtsmuskulatur vorgenommen, sollte es zu einer (in der Regel leichtgradigen) Fazialislähmung gekommen sein. Die meisten Patienten erholen sich recht schnell von dem Eingriff und können das Krankenhaus bereits am siebten Tag nach der Operation wieder verlassen.

Wie geht es nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weiter?

Aus dem Krankenhaus werden Sie zunächst nach Hause entlassen. Zu diesem Zeitpunkt sind Sie wieder selbständig mobil. Sie sollten sich aber noch schonen, d. h. dass Sie zumindest bei der Hausarbeit und beim Einkaufen Hilfe haben sollten.

Es besteht die Option, nach der Operation eine Anschlussrehabilitation in Anspruch zu nehmen, welche spätestens am 14. Tag nach Entlassung aus dem Krankenhaus angetreten werden muss. Diese wird – sofern dies vom Patienten gewünscht wird – noch vom Stationsarzt bzw. vom Sozialdienst bei der jeweiligen Krankenkasse beantragt. Alternativ können Sie auch regelmäßig zur Krankengymnastik gehen, um ein Schwindeltraining anzuwenden. Die empfohlene „Schonzeit“ nach der Operation beträgt in der Regel zwischen sechs Wochen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist noch, dass nach der Operation ein gesetzliches Fahrverbot für drei Monate besteht, da es sich um einen „Eingriff am Kopf“ handelt.

Welche Nachkontrollen sind notwendig?

Die erste Verlaufskontrolle wird nach drei Monaten empfohlen. Wir bitten Sie, sich nach dieser Zeit erneut in unserer neurochirurgischen Ambulanz in der Schädelbasissprechstunde vorzustellen. Ein Termin kann unter Telefon 0201-434-2622 vereinbart werden. Bitte bringen Sie zu diesem Termin eine aktuelle MRT-Bildgebung Ihres Schädels mit und ohne Kontrastmittel sowie eine aktuelle Tonaudiometrie mit. Nach dieser ersten Kontrolle empfehlen wir, zunächst jährliche Verlaufskontrollen vornehmen zu lassen. Später können die Intervalle dann auf zwei bis drei Jahre verlängert werden. Sollten Sie nicht im Umkreis von Essen wohnen, bieten wir an, dass Sie uns Ihre MRT-Aufnahmen zusammen mit einer kurzen Information, wie es Ihnen geht, postalisch zukommen lassen. Gerne nehmen wir dann dazu Stellung.

Publikationen
Übungsprogramm bei Lähmung der Gesichtsmuskulatur

Übungsprogramm bei Lähmung der Gesichtsmuskulatur

Download (PDF)

Schwindeltraining

Schwindeltraining

Download (PDF)

Selbsthilfe

Ein ausführliches Beratungsangebot rund um Diagnose, Behandlung und das Leben mit Akustikusneurinom bietet die Selbsthilfegruppe Vereinigung Akustikus Neurinom e.V. 
Ein Interview mit dem Vorsitzenden Rainer Löffler finden Sie hier.​​​​​​​

Kontakt

Neurochirurgische Ambulanz

Klinik für Neurochirurgie
Alfried Krupp Krankenhaus
Rüttenscheid
Alfried-Krupp-Straße 21
45131 Essen

Anfahrt

Terminvereinbarung
Jessica Meißner
Alina Koslowski
Telefon 0201 434-2622
Wenn Sie einmal nicht sofort durchkommen, schreiben Sie uns gern eine E-Mail an
nch-amb@krupp-krankenhaus.de

Anfrageformular Zweitmeinung

Sprechstunden und Anmeldung

Kontakt

Sekretariat

Klinik für Neurochirurgie
Alfried Krupp Krankenhaus
Rüttenscheid
Alfried-Krupp-Straße 21
45131 Essen

Anfahrt

Christiane Giebels
Telefon 0201 434-2538
Telefax 0201 434-2378
neurochirurgie@krupp-krankenhaus.de