Hinweis Anfahrt Zentrale Notfall Menü Kontakt Suche Sprache Schließen Pfeil mehr PDF öffnen/schließen Herunterladen Herunterladen Plus Minus Teilen E-Mail Facebook Twitter YouTube WhatsApp Kalender Abspielen Pausieren Lautstärke nach unten Warnung Hochladen Info Allgemein- und Viszeralchirurgie Pneumologie, Gastroenterologie und Innere Medizin

Operation an der Nase, den Nasennebenhöhlen und Tränenwegen

Die Nase lässt sich anatomisch in drei Bereiche unterteilen. Die sichtbare äußere Nase, die Nasenhaupthöhle und die Nasennebenhöhlen. Die Nasenhaupthöhle wird durch die Nasenscheidewand in die linke und die rechte Nase geteilt. An der inneren seitlichen Nasenwand befinden sich die Nasenmuscheln. Diese sind in der Regel drei längliche Schwellkörper, die die Schleimhautoberfläche vergrößern. Zwischen der unteren und der mittleren Nasenmuschel (mittlerer Nasengang) enden die Ausführungsgänge der meisten Nasennebenhöhlen, nämlich der Kieferhöhle, der Siebbeinzellen und der Stirnhöhle. Die Keilbeinhöhle hat ihren Abfluss über den oberen Nasengang. Die Tränenwege fließen über den unteren Nasengang (unter der unteren Nasenmuschel) ab. Die Nasennebenhöhlen und Tränenwege sind jeweils zu beiden Seiten der Nase angelegt, wobei ihre Ausprägung individuell und altersabhängig unterschiedlich ist.

Zwei Hauptfunktionen zeichnen die Nase aus: Zum einen ist sie wichtiger Teil der oberen Atemwege (Filterung, Anfeuchtung und Erwärmung der Luft), zum anderen ist sie Sitz des Riechvermögens. Des Weiteren ist sie an der Sprachlautbildung beteiligt und dient als Reflexorgan. Die Nasennebenhöhlen spielen keine bedeutende funktionelle Rolle, sind aber für den Stimmklang als Resonanzraum von Bedeutung. Die Tränenwege leiten die Tränenflüssigkeit, die permanent produziert wird, um die Augen feucht zu halten, über den inneren Augenwinkel und dann weiter über den Tränensack und den Tränenkanal in die Nase ab.

Gründe für eine Nasen-Operation

Die häufigste Indikation zur Operation an der Nase und/ oder den Nasennebenhöhlen ist eine eingeschränkte Nasenatmung und die chronische, medikamentös nicht mehr behandelbare Entzündung der Nasennebenhöhlen mit ihren Folgen. 

Eine behinderte Nasenatmung kann durch eine verkrümmte Nasenscheidewand (angeboren oder durch einen Unfall) und/ oder durch krankhaft vergrößerte Nasenmuscheln bedingt sein. Der chronische Entzündungsverlauf der Nebenhöhlen kann sich durch wiederholte akute Infekte, anatomische Engen in der Nase, Allergien oder Schleimhauterkrankungen ausbilden. Hierbei können auch weintraubenartige Schleimhautaustülpungen (Polypen) entstehen. Auch Belüftungsstörungen der Ohren oder Schnarchen mit Atemaussetzern kann eine Nasenoperation erforderlich machen. Seltener bedingt ein Tumor oder ein entzündlicher Übergriff auf die Augenhöhle oder das Gehirn einen operativen Eingriff.

Die Folgen einer chronischen Nasennebenhöhlenerkrankung und Polypenbildung können zum Beispiel eine verminderte Nasenatmung, eine „laufende“ Nase, Kopfschmerzen, eine Verminderung der Riechfähigkeit oder wiederkehrende bronchiale Infekte sein.

Gründe für eine Tränenwegs-Operation

Bei einer Verengung (zum Beispiel durch Vernarbungen) der Tränenwege kann es zu störendem Tränenträufeln und zu wiederkehrenden Bindehautentzündungen kommen. Diese fordern dann die operative Aufweitung der Tränenwege.

Pflege der Nase

Vor einer Operation sollten die konservativen (nichtoperativen) Möglichkeiten einer Verbesserung der Nasenwege ausgeschöpft werden. Hierzu zählen insbesondere die Nasenpflege mit entsprechenden Salben und die Nasendusche (in der Apotheke erhältlich). Außerdem können regelmäßige Inhalationen (zum Beispiel mit Salbeitee) die oberen Atemwege beruhigen und abschwellen. Ständiger Gebrauch von abschwellenden Nasentropfen sollte vermieden werden, da er zu einer Zerstörung der Schleimhäute führen kann. Kortisonhaltiges Nasenspray hingegen kann eine Verbesserung der Beschwerden bringen.

Die Nasen-Operation

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Nach Einleitung der Narkose werden Sie in eine halbsitzende Position gelagert und steril abgedeckt. Der Eingriff erfolgt stets unter dem Anspruch: so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Zudem wird vor jeder Operation ein bildgebendes Verfahren durchgeführt (Röntgen, CT), um einen individuell ausgerichteten Operationsplan zu bestimmen.

Die Operation findet durch die Nasenlöcher typischerweise ohne äußeren Schnitt statt. Die gesamte Operation erfolgt unter dem Mikroskop und gegebenenfalls unter zu Hilfenahme von Endoskopen. Die Operation kann technisch sehr anspruchsvoll sein, vor allem, wenn es nicht die erste Operation an der Nase ist. Die Schleimhaut wird vom Knorpel und Knochen der Nasenscheidewand gelöst und überschüssige und verbogene Anteile abgetragen oder gerichtet. Falls zu große Nasenmuscheln die Atmung ebenfalls behindern, erfolgt in gleicher Sitzung auch eine Minimierung dieser Schwellkörper und/ oder eine Abtragung von Gewebeüberschüssen (zum Beispiel hinteres Ende der unteren Nasenmuscheln). 

Zur Operation der Nasennebenhöhlen werden deren Zugänge/ Abflusswege erweitert und knöcherne Zwischenwände abgetragen.  Polypen oder stark veränderte Schleimhautareale werden unter Schonung der übrigen Schleimhaut entfernt. Die Nasennebenhöhlen sind anschließend weit mit der Nasenhaupthöhle verbunden. Entnommenes Gewebe wird standardisiert zur Untersuchung weg geschickt.

Gelegentlich muss der Eingriff von außen erfolgen. Hier wird der Schnitt kosmetisch günstig unter der Augenbraue beziehungsweise seitlich an der Nase entlang geführt, um später kaum sichtbar zu sein. Bei besonderen Operationsindikationen (zum Beispiel Tumor oder Trauma) kann die Kieferhöhle auch über den Mundvorhof eröffnet werden. Nach Abschluss der Operation wird das Naseninnere mit einer kurzen Tamponade ausgestopft, welche für ein bis drei Tage in der Nase belassen werden sollte (Entscheidung durch Operateur).

Die Tränenwegs-Operation

Die Operation verläuft sehr ähnlich zu der Nasen-Operation. Um an den Tränenkanal oder -sack zu gelangen, wird dabei die innere seitliche Nasenwand auf Höhe der verengten Areale eröffnet. Durch eine vorherige Sondierung des Tränenkanals über das Tränenpünktchen am inneren Augenwinkel kennt man die Lage des Tränenwegs.

Nach der Operation

Die meisten Patienten leiden unter der Nasentamponade, die nur eine Mundatmung erlaubt. Dadurch wird der Mund trocken, das Schmecken ist vermindert und es kann ein Kopfdruck  oder Tränenträufeln entstehen.  Bei Bedarf erhalten Sie selbstverständlich ein Mittel gegen die Schmerzen. Zur Verminderung des Kopfdruckes empfiehlt es sich, wenig zu Liegen oder eine Liegeposition mit erhöhtem Oberkörper einzunehmen.

Bitte versuchen Sie die Nasentamponade zu tolerieren und in der Nase zu belassen. Sie sichert das Operationsergebnis und beugt Blutungen vor. Halten Sie beim Husten und Niesen den Mund weit offen. Versuchen Sie über Tag wenig zu liegen. 

Vor der Entfernung der Tamponade brauchen Sie keine Angst zu haben. Bitte lassen Sie sich nicht durch weit zurückliegende Erfahrungen operierter Menschen einschüchtern. Heutzutage werden  kurze Tamponaden verwendet, die zusätzlich zur Pflege und besseren Entfernbarkeit kräftig eingesalbt wurden.

Direkt nach der Entfernung der Tamponaden sollten Sie 20 bis 30 Minuten auf dem Stationsflur spazieren gehen. Anschließend müssen Sie die Nase täglich und stündlich mit der auf der Station erhältlichen Salbe pflegen. Dazu geben Sie ein erbsengroßes Stück Salbe auf den Daumen und halten es unter das jeweilige Nasenloch oder streifen es an der Innenseite des Nasenflügels ab, um es dann ruckartig und kräftig hochzuziehen. Bitte manipulieren Sie nicht an und in der Nase und benutzen Sie zum Einführen der Salbe keine Gegenstände!

Finden Sie sich bitte zweimal täglich (morgens ab 8 Uhr und abends ab 19 Uhr) zur Nachbehandlung der Nase in den jeweiligen Behandlungsräumen ein. Schnäuzen Sie die Nase für mindestens vier Wochen nach der Operation nicht. Nach der Operation kann es für einige Tage zum Abfluss von zum Teil blutigen Schleim kommen. Dies gehört zum normalen Wundheilungsverlauf.

Mögliche Komplikationen

Die allgemeinen Begleiterscheinungen und Risiken einer jeden Operation sind die Blutung, die Infektion oder die Wundheilungsstörung. Leichte, vorübergehende Blutergüsse am Auge/ Augenlid oder auch harmlose Lufteinschlüsse sind möglich. Die speziellen Risiken einer Operation an der Nase oder den Nasennebenhöhlen sind sehr selten und größtenteils durch die direkte Nachbarschaft zu Auge, Schädelbasis und Riechorgan bedingt. Operationsbedingte Schäden können temporär oder bleibend sein.

Durch sorgfältige Vorbereitung jedes einzelnen Operateurs haben wir aber bislang weder eine operationsbedingte anhaltende Sehstörung, noch eine Einschränkung der Augenbeweglichkeit beobachtet. Auch das viel befürchtete Hirnwasserleck durch eine Beschädigung der Schädelbasis tritt sehr selten auf und kann zumeist in gleicher Sitzung versorgt werden. Falls das Riechvermögen schon vor der Operation eingeschränkt war, kann die Operation eine Verbesserung nicht garantieren. Bleibende Einschränkungen des Riechvermögens durch eine Nasen-Operation sind bei zuvor unauffälliger Riechwahrnehmung selten. Mitunter kann es zu einem Wiederverschluss der erweiterten Nasennebenhöhlenzugänge kommen. Eine erneute Polypenbildung oder Entzündung der Nebenhöhlen kann nicht verhindert werden.

Vor- und Nachteile einer Nasenoperation

Nach einer Operation an der Nase und/ oder den Nasennebenhöhlen kommt es fast immer zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Die Ausheilung dauert cirka zwei bis drei Wochen. Das endgültige Resultat stellt sich erst nach Wochen oder Monaten ein.

In seltenen Fällen kann durch ein Abrutschen der gerade gestellten Nasenscheidewand oder durch eine erneute Nasenmuschelschwellung die Nasenatmung erneut beeinträchtigt werden. Insbesondere Allergiker können operativ nicht vollends von ihren nasalen Problemen befreit werden. Die bekannte Rückfallneigung der Polypenbildung kann nicht „wegoperiert“ werden, sondern lediglich durch eine Operation und entsprechende konservative Maßnahmen vermindert werden. Eine Garantie auf eine Aufhebung der Beschwerden existiert daher nicht. Entscheidend für die Sicherung des Operationserfolges ist jedoch in jedem Fall Ihre Mitarbeit und die Fortführung der Nasenpflege.

Nach der Entlassung

Mit der Entlassung erhalten Sie eine weitere Abschlussuntersuchung, ein Gespräch und einen Kurzbrief für Ihren weiterbehandelnden Arzt. 
In den ersten vier Wochen nach der Operation darf die Nase nicht geschnäuzt, sondern nur „hochgezogen“ werden. Bitte öffnen Sie beim Husten oder Niesen den Mund weit und halten Sie sich nicht die Nase zu. In diesem Zeitraum sollten körperliche Anstrengungen und alles, was den Blutdruck erhöht (zum Beispiel Sport, Sauna, schweres Heben, Gymnastik) vermieden werden. Des Weiteren sollte nicht heiß gebadet  werden. Lauwarmes Duschen ist erlaubt, aber anfangs sollten die Haare noch nicht mit gewaschen werden (gegebenenfalls halten Sie bitte vorher mit dem behandelnden Arzt Rücksprache).  

Bitte führen Sie die auf der Station erlernte Nasenpflege weiter. Besonders in den Wintermonaten ist eine tägliche Pflege wichtig. Bei einer Nachblutung rufen Sie im Alfried Krupp Krankenhaus unter der Telefonnummer 0201 434-0 an und lassen sich mit dem HNO-Arzt verbinden oder erscheinen Sie sofort im Krankenhaus.

Auch nach der Entlassung ist eine weitere ärztliche Überwachung erforderlich. Wenden Sie sich dafür bitte an Ihren einweisenden Hals-Nase-Ohren-Arzt. Dieser wird die weitere lokale Bandlung übernehmen und entscheiden, wann die Abstände zwischen den Behandlungen vergrößert werden können oder die Behandlung abgeschlossen ist.

Kontakt

Klinik für  HNO-Heilkunde,
Kopf- und Hals-Chirurgie

Alfried Krupp Krankenhaus
Rüttenscheid
Alfried-Krupp-Straße 21
45131 Essen

Anfahrt

Sekretariat
Ingrid Möller

Telefon 0201 434-2562
Telefax 0201 434-2370

hno@krupp-krankenhaus.de

 

 

Sprechstunden und Anmeldung