Erkrankungen der Speiseröhre und des Magens stellen einen Schwerpunkt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Alfried Krupp Krankenhaus dar. Von Reflux bis Speiseröhrenkrebs werden alle gutartigen und bösartigen Krankheitsbilder des oberen Verdauungstraktes mit viel Erfahrung diagnostiziert und behandelt. Es stehen alle modernen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zur Verfügung.
Die Patientinnen und Patienten profitieren dabei von einer engen Kooperation mit den Abteilungen für Gastroenterologie in Essen-Rüttenscheid und Gastroenterologie in Essen-Steele.
Reflux / Zwerchfellbrüche / Achalasie
Die Refluxkrankheit zählt zu den häufigsten gutartigen Erkrankungen von Speiseröhre und Magen. Neben dem bekannten Leitsymptom Sodbrennen sind die Beschwerden vielfältig und teilweise nicht direkt einer Refluxerkrankung zuzuordnen. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen wie der HNO-Heilkunde, Pneumologie, Kardiologie und Zahnmedizin ist deshalb entscheidend für eine optimale Diagnose und Behandlung der Refluxkrankheit, ihrer Ursachen und ihrer Folgeerscheinungen (Vorstufen von Speiseröhrenkrebs).
Erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Refluxerkrankung ist die Sprechstunde des Refluxzentrums Essen.
Darüber hinaus bietet die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie auch die Behandlung ausgedehnter Zwerchfellbrüche mit Verlagerung von Magen und weiteren Bauchorganen in den Brustkorb (Thoraxmagen, Enterothorax) sowie funktioneller Erkrankungen der Speiseröhre (u.a. Achalasie) an.
Diagnostik und Therapie
Die Diagnostik beinhaltet bei allen gutartigen Erkrankungen neben einer Magenspiegelung mit Probeentnahme und Spezialfärbungen auch die funktionelle Speiseröhrenuntersuchung mittels Säuremessung in der Speiseröhre (pH Metrie, Impedanzmessung) und Druckmessung der Speiseröhre (HR-Manometrie). Alle Untersuchungen werden von den Refluxexperten der Klinik vorgenommen. Zusätzlich können bei Bedarf radiologische Untersuchungen weitere Informationen über das Ausmaß der Erkrankung geben (z. B. Computertomographie oder Breischluck-Untersuchung).
Die Therapie kann je nach Fall konservativ und operativ erfolgen. Operationen werden in aller Regel minimal invasiv durchgeführt. Während des stationären Aufenthaltes werden unterstützende Maßnahmen wie z.B. eine Ernährungsberatung angeboten. Die Kontrolluntersuchungen nach dem Krankenhausaufenthalt erfolgen ebenfalls in der Spezialsprechstunde des Refluxzentrums.
Speiseröhrenkrebs und Magenkrebs
Zum onkologischen Schwerpunkt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie zählt die Diagnose und Therapie von Speiseröhrenkrebs, dessen Vorstufen sowie Magenkrebs.
Im Rahmen einer Erstdiagnose oder auch einer Zweitmeinung wird die erforderliche Diagnostik auf ihre Vollständigkeit geprüft sowie ggf. durch weitere Untersuchungen nach aktuellen Standards und Leitlinien ergänzt. Dies umfasst neben der Magenspiegelung und Spezialfärbung mit Probenentnahme, die Endosonographie, CT-Untersuchungen von Bauchhöhle und Brustkorb sowie im Einzelfall weitere erforderliche Untersuchungen. Eine Risikobeurteilung bezüglich bekannter Vorerkrankungen und dem aktuellen Status der Lungen- und Herzfunktion erfolgt vor jeder Operation.
Jeder Fall wird im Rahmen der interdisziplinären Tumorkonferenz des DKG-zertifizierten Onkologischen Zentrums des Alfried Krupp Krankenhaus mit Kolleginnen und Kollegen der Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie und Pathologie besprochen, um und ein individuelles Behandlungskonzept abzustimmen. Die Information und Aufklärung des Patienten spielt dabei eine wichtige Rolle und erfolgt auch im Rahmen von gemeinsamen Visiten.
Die anschließende interdisziplinäre Therapie ist abhängig von der Tumorausbreitung. Das Spektrum reicht von endoskopischer Therapie bei Tumoren im Anfangsstadium (Abtragung bei einer Magenspiegelung) bis hin zu einer kombinierten Therapie aus Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie bei fortgeschrittenen Tumoren. Operativ werden minimal invasive Operationstechniken bevorzugt angewandt.
