Chemotherapie über den Oberarm: Neuer Chefarzt bietet Brachialis Port als Alternative zum klassischen Portsystem an

Ein Portsystem wird häufig benötigt, um Chemotherapien sicher und schonend über einen längeren Zeitraum zu verabreichen. Üblicherweise wird der Port unterhalb des Schlüsselbeins implantiert. Beim Brachialis Port hingegen befindet sich die Portkammer unauffällig im Bereich des Oberarms.

So kann der Brachialis Port für viele Krebspatientinnen und -patienten eine sichere Alternative zum klassischen Portsystem im Brustbereich darstellen. „Der wesentliche Vorteil des Brachialis Ports liegt in seiner Lokalisation“, erklärt der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Angiologie, Priv.-Doz. Dr. med. Philip Düppers. „Die Narbe befindet sich an einer Stelle, die im Alltag deutlich weniger sichtbar ist. Viele Patientinnen und Patienten empfinden dies als angenehmer. Zudem können die Portkammer und die Narbe im Brustbereich durch Kleidung oder auch Rucksäcke mechanisch gereizt werden. Diese Beschwerden treten am Oberarm deutlich seltener auf.“

Neben kosmetischen und praktischen Vorteilen kann die Implantation am Oberarm auch medizinische Gründe haben. Insbesondere bei Tumorerkrankungen im Bereich des Brustkorbs oder bei befallenen Lymphknoten kann es sinnvoll sein, den betroffenen Bereich nicht zusätzlich operativ zu belasten. „Für die Chemotherapie selbst spielt die Lage des Portsystems keine Rolle“, betont Düppers. „Sowohl Ports im Brustbereich als auch am Arm können problemlos für die Behandlung genutzt werden. Deshalb bieten wir beide Varianten an, sodass die Patientinnen und Patienten gemeinsam mit dem Behandlungsteam entscheiden können, welche Lösung für sie am besten geeignet ist.“

Einer der ersten Patienten, der im Alfried Krupp Krankenhaus einen Brachialis Port erhielt, ist Michael Treek. Nachdem bei ihm Anfang des Jahres ein Mantelzell-Lymphom diagnostiziert wurde, musste die Behandlung kurzfristig beginnen. „Die Diagnose hat mein Leben von einem Tag auf den anderen verändert“, berichtet er. „Umso wichtiger war es für mich, dass ich mich im Krankenhaus gut aufgehoben gefühlt habe.“

Bereits zwei Tage nach der Implantation des Ports konnte die erste Chemotherapie beginnen. Die Entscheidung für den Oberarm habe er bewusst getroffen. „Mir wurde erklärt, dass ein Port normalerweise unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt wird. Gleichzeitig erhielt ich die Möglichkeit, ihn am rechten Oberarm implantieren zu lassen. Das erschien mir für meinen Alltag die bessere Lösung“, sagt der 74-Jährige.
Heute bestätigt sich diese Entscheidung für ihn: „Ich habe keinerlei Schmerzen oder Einschränkungen. Ich kann mich bewegen, spazieren gehen, leichte Laufeinheiten absolvieren und sogar Unterarmliegestütze und Gartenarbeit machen. Im Alltag merke ich den Port praktisch nicht.“

Die Implantation eines Brachialis Port erfolgt grundsätzlich ähnlich wie die eines herkömmlichen Portsystems in lokaler Betäubung. Mithilfe moderner Ultraschallgeräte wird die Vene in vielen Fällen meist direkt durch die Haut punktiert. Studien zeigen hinsichtlich der Wirksamkeit der Chemotherapie keine Unterschiede zwischen dem Brachialis Port und dem konventionellen Portsystem im Brustbereich.

Für Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Philip Düppers steht vor allem die individuelle Versorgung im Vordergrund: „Es gibt nur wenige medizinische Gründe, die gegen einen Brachialis Port sprechen. Aus diesem Grund können wir unseren Patientinnen und Patienten die Möglichkeit geben, aktiv an der Entscheidung über ihre Behandlung mitzuwirken.“

Mit dem Angebot des Brachialis Port erweitert das Alfried Krupp Krankenhaus sein Spektrum moderner onkologischer Versorgungsmöglichkeiten und setzt auf eine Behandlung, die medizinische Qualität mit den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten verbindet.
 

Die ganze Geschichte von Michael Treek und weitere Informationen zum Brachialis Port gibt es auf YouTube.

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