Bauchspeicheldrüsenkrebs: Vielversprechende Forschung zur Früherkennung

Dr. med. Marcos Gelos
Leitender Oberarzt
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Dr. med. Marcos Gelos ist Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen-Steele. Der erfahrene Facharzt berichtet im Interview über neue Forschungsansätze in der Diagnostik des Pankreaskarzinoms, die er zusammen mit Prof. Dr. Dariush Hinderberger von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) untersucht hat.

Herr Dr. Gelos, wie viele Menschen erkranken an Bauchspeicheldrüsenkrebs?

In Deutschland sind es jährlich rund 19.000 meist ältere Menschen. Wird der Krebs rechtzeitig erkannt, ist die einzig sinnvolle Behandlungsmöglichkeit mit einer Chance auf Heilung eine Operation, die teilweise mit einer Chemotherapie kombiniert wird. Diese speziellen Eingriffe führen wir in unserem Viszeralonkologischen Zentrum unter der Leitung von Prof. Dr. med. Marco Niedergethmann regelmäßig und in hoher Zahl durch. Wir sind seit 2017 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.

Gibt es eine verlässliche Früherkennung für Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bauchspeicheldrüsenkrebs bleibt lange asymptomatisch, was zu sehr späten Diagnosen führt. Wenn der Tumor schon Metastasen gesetzt hat, ist der Behandlungserfolg gering. Nach der Erstdiagnose versterben leider immer noch neun von zehn Patienten innerhalb der ersten zehn Jahre.

Trotz moderner bildgebender Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT), der Computertomografie (CT) oder der Endosonografie mit gezielter Probenentnahme ist es teilweise schwierig, bösartige und gutartige Tumoren voneinander zu unterscheiden. Sogar bei Patienten, die nach einer Untersuchung keinen ersichtlichen Befund haben, kann der schnell wachsende Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits sechs Monate später zu lebensbedrohlichen Metastasen führen. Auch in der Labordiagnostik gibt es bisher keinen guten Tumormarker.

Sie forschen an einer neuen Diagnostik. Welchen Ansatz verfolgen Sie?

Wir beschäftigen uns mit dem Protein Albumin, das in der Diagnostik des Pankreaskarzinoms als eine Art Biomarker, als ein „Frühwarnsystem“ fungieren könnte. Bildet sich ein Tumor im Körper, verändert das Protein Albumin seine Struktur. Diese Veränderungen lassen sich mittels der sogenannten Elektronenspinresonanz-Spektroskopie (EPR) nachweisen. Kurz: Unsere Forschung gibt Hinweise darauf, dass so ansonsten schwer feststellbare Pankreastumoren aufgespürt werden können. Darüber hinaus konnten wir in unseren ersten Analysen gutartige von bösartigen Tumoren unterscheiden.

Die Studienergebnisse sind vielversprechend. Wann kommt das Verfahren in den Klinken zum Einsatz?

Bis zum Einsatz in Kliniken dauert es noch ein paar Jahre. In der nächsten Phase der Studie verdichten und verfeinern wir die Ergebnisse, indem wir deutlich mehr Proben untersuchen. Erst wenn sich unser Ansatz auch in diesen Studienphasen bewahrheitet, könnte er für die Patienten Gewinn von Lebenszeit bedeuten.


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