Zur Vermeidung einer Größenzunahme des Bauchaortenaneurysmas sollten die Risikofaktoren der Arterienverkalkung soweit wie möglich reduziert werden. Ein Bluthochdruck sollte durch Medikamente genau eingestellt sein.
Sollte das Bauchaortenaneurysma jedoch einen Durchmesser vom mehr als fünf Zentimetern aufweisen oder über einen kurzen Zeitraum schnell an Größe zunehmen, ist die gefäßchirurgische Therapie angeraten.
Als wenig belastender Einriff (minimal invasiv) kann ein Stenting der Gefäßerweiterung durchgeführt werden. Hierbei wird über zwei jeweils circa fünf Zentimeter lange Schnitt in den Leisten die Oberschenkelschlagader freigelegt. Über die Schlagadern wird ein Katheter bis in den erweiterten Abschnitt der Bauchschlagader vorgeschoben. Über die Katheter werden von beiden Seiten jeweils ein Stent in die Aussackung vorgeschoben, entfaltet und letztendlich zu einem Y-Stent zusammengefügt. Hierbei werden selbstverständlich im Rahmen der OP-Planung mittels einer Computertomographie (CT) die genauen Ausmasse der Aussackung bestimmt und die am besten passende Prothesenart (verschiedene Hersteller und Modelle stehen uns zur Verfügung) ausgewählt. Wenn möglich, kann auch ganz auf einen Hautschnitt verzichtet und der Stent durch Punktion eingebracht werden. Dies ist auch in lokaler Betäubung möglich.
Durch Einsatz einer der oben genannten Stents wird der erweiterte Abschnitt der Bauchschlagader ausgeschaltet. Vorteil dieser Methode ist, dass auf eine Eröffnung des Bauchraumes verzichtet werden kann.
Der Krankenhausaufenthalt beträgt circa eine Woche. Dieses Verfahren kann mittlerweile auf Grund der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Stentprothesen bei einem Großteil der Patienten durchgeführt werden.
Falls diese Technik jedoch einmal nicht möglich ist, ist Alternativ das Therapieverfahren der Wahl die Operation, bei der durch eine Bauchoperation die Bauchschlagader freigelegt wird.
Oberhalb und unterhalb des Bauchaortenaneurysmas wird die Bauchschlagader abgeklemmt und der erweiterte Gefäßabschnitt entfernt. Als Ersatz des erkrankten Abschnittes wird eine Kunststoff-Gefäßprothese (Rohr oder Y-Prothese) mittels feiner Nähte an die verbliebenen Gefäßenden angenäht. Die Operationsdauer beträgt circa drei bis fünf Stunden, nach der Operation wird der Patient auf der Intensivstation überwacht. Insgesamt ist mit einem Krankenhausaufenthalt von circa zwei Wochen zu rechnen.
Welches Therapiekonzept angewendet werden kann, wird nach Sichtung der Untersuchungsbefunde sowie nach Abwägung der Risiken und Vorteile individuell entschieden und wird in ausführlichen Aufklärungsgesprächen gemeinsam mit dem Patienten diskutiert.
Im Alfried Krupp Krankenhaus können Bauchaortenaneurysmen im Notfall behandelt werden.