Zertifiziertes Weaningzentrum

"Vielen langzeitbeatmeten Patienten fällt es schwer, ohne die maschinelle Unterstützung zu atmen", weiß Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. David Fistera.

Freut sich über die erfolgreiche Zertifizierung: Das Team der Atmungstherapie im Alfried Krupp Krankenhaus um Bereichsleitung Melanie Ottersbach (links).
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. hat das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen-Steele 2026 erneut als Weaningzentrum ausgezeichnet. Damit hat sich die Weaningabteilung der Klinik für Pneumologie, Gastroenterologie und Innere Medizin zum dritten Mal in Folge als eines von deutschlandweit 62 zertifizierten Weaningzentren der DGP qualifiziert.
Wann brauchen Patienten Weaning
In medizinischen Notfällen ist die invasive maschinelle Beatmung lebensrettend. Nach erfolgreicher Akut- und Intensivtherapie können Patienten die Intensivstation in der Regel wieder verlassen und selbstständig atmen.
„Manchmal dauert eine intensivmedizinische Behandlung aber länger – etwa bei besonders schwerwiegenden Erkrankungen, komplikativen Operationen, Verletzungen oder Koma“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. David Fistera. „Vielen dieser langzeitbeatmeten Patienten fällt es anschließend sehr schwer, ohne die maschinelle Unterstützung zu atmen. Hier hilft die vorsichtige Entwöhnung von der Beatmung in einem zertifizierten Weaningzentrum“, so der Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Gastroenterologie und Innere Medizin.
Was bedeutet Weaning?
Weaning ist Englisch und bedeutet Entwöhnung – hier die behutsame Entwöhnung von einer künstlichen Beatmung nach langer intensivmedizinischer Behandlung.
Gewöhnt sich der Körper daran, beim Atmen Unterstützung „von außen“ zu bekommen, wird die Atemmuskulatur zunehmend schwächer. Eine Spontanatmung ist plötzlich kaum noch möglich.
„Viele Patienten sind davon zunächst verunsichert und können sich ein Leben ohne Beatmungsmaschine nicht vorstellen“, weiß Melanie Ottersbach, Leitende Atmungstherapeutin der Weaningstation im Alfried Krupp Krankenhaus.
Um aus dieser Situation zurück in ein eigenständiges Leben zu finden, ist spezielle Unterstützung nötig. Im Weaningzentrum des Alfried Krupp Krankenhaus arbeitet ein erfahrenes Team aus Pflegekräften, Ärzten, Atmungstherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und Sozialarbeitern eng zusammen, um dieses Ziel gemeinsam mit den Patienten zu erreichen.
Durch gezieltes und schrittweises Training der Atemmuskulatur, begleitet von regelmäßiger Mobilisation und Physiotherapie lernen die Patienten, Schritt für Schritt selbstständig zu atmen – bis hin zur kompletten Entwöhnung. Da auch das Sprechen und Schlucken häufig erschwert ist, erfolgt parallel eine logopädische Behandlung mit Schlucktraining.
Selbst wenn es nur gelingt, einige Stunden am Tag auf das Beatmungsgerät zu verzichten, gewinnen die Patienten wichtige Lebensqualität zurück.
14 Tage bis mehrere Monate kann ein Aufenthalt im Weaningzentrum dauern – je nachdem, wie komplex der Patient erkrankt ist.
Was geschieht nach dem Aufenthalt im Weaningzentrum?
„Gelingt die Entwöhnung vom Beatmungsgerät, nehmen die Patienten an einer Rehabilitationsbehandlung teil, um wieder ein möglichst selbständiges Leben zu führen“, erklärt Melanie Ottersbach. Falls erforderlich, übernimmt ihr Team gemeinsam mit dem Sozialdienst die Überleitung in eine spezialisierte Pflegeeinrichtung oder ambulante häusliche Pflege. „Zusätzlich bieten wir Schulungen für Patienten und Angehörige an, die auf das Leben zuhause vorbereiten und die Fähigkeit vermitteln, einfache Komplikationen selbst zu beherrschen.“
Kontakt
Melanie Ottersbach
Atmungstherapeutin (DGP)
Bereichsleitung Weaning-Station
Telefon 0201 805-1699
melanie.ottersbach@krupp-krankenhaus.de
Webseite
Klinik für Pneumologie, Gastroenterologie und Innere Medizin: Intensivmedizin und Weaning
Kontakt
Klinik für Pneumologie, Gastroenterologie und Innere Medizin
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Steele
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