Blasenkrebs

In Deutschland treten circa 16.000 neue Fälle von Blasentumoren pro Jahr auf. Dabei werden nahezu drei Viertel aller Tumoren in einem frühen Stadium, dem so genannten oberflächlichen Tumorwachstumsstadium, festgestellt. In den übrigen Fällen liegt ein so genanntes muskelinvasives Stadium vor, das einem fortgeschrittenen Stadium entspricht. Bei diesen Patienten ist häufig eine komplette Entfernung der Harnblase, das heißt eine Zystektomie, erforderlich.
Zur Wiederherstellung der Harnableitung kommen, je nach Bedürfnissen des Patienten, unterschiedliche Techniken in Frage.
Grob unterscheiden sich diese Techniken darin, ob der Patient nach der Operation willkürlich die Urinentleerung steuern kann oder ob der Urin, ohne willkürliche Kontrolle, kontinuierlich abläuft.
Methoden zur kontinenten Harnableitung sind zum Beispiel die "Neoblase" oder der katheterisierbare Pouch (Mainz-Pouch).
Eine Methode zur inkontinenten Harnableitung ist zum Beispiel das "Ileum Conduit". Hier wird der Urin in einem Beutel, der auf der Bauchwand befestigt wird, aufgefangen.

Roboterassistierte Entfernung der Harnblase am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen

Die Behandlungsmethode der radikalen Entfernung der Harnblase mitsamt der Prostata (radikale Zystoprostatektomie) stellt bei der Therapie des Blasenkrebses ein Standardvorgehen dar. Bis vor einiger Zeit erfolgte dieser Eingriff ausschließlich über einen großen Bauchschnitt. Je nach Tumorausdehnung kann heutzutage, neben dem offenen Zugang, auch die Schlüssellochtechnik angeboten werden. Diese Technik wird auch minimal invasiv genannt, da sie nur kleine Schnitte erfordert. Die moderne Weiterentwicklung der Schlüssellochtechnik stellt die roboterunterstützte beziehungsweise roboterassistierte minimal invasive Operationstechnik dar. Diese Methode beruht auf speziellen Fachkenntnissen und höchstentwickelter Technologie (da Vinci-Operationssystem), die nur in wenigen Krankenhäusern angeboten werden kann. Ob für den einzelnen Patienten diese Form der Behandlung möglich ist, wird in einem beratenden Gespräch zwischen Patienten und betreuenden Urologen erarbeitet. Je nach Tumorstadium und individueller Situation kann die Operation für die Erektionsnerven schonend ausgeführt werden. Hauptziel der Behandlung bleibt die vollständige Entfernung des bösartigen Gewebes. Eine Untersuchung von Gewebeproben während des Eingriffes (intraoperativer Schnellschnitt) erfolgt durch den Pathologen.
Nach der Operation können zusätzliche erektionsfördernde Maßnahmen nötig und hilfreich sein. Je nach besprochener Harnableitung werden diese ebenfalls minimal invasiv erfolgen oder, wie zum Beispiel bei der Anlage einer Neoblase, über einen kleinen Unterbauchschnitt.

Letzte Änderung: Dienstag, 12.04.2016

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