Geburtshilfe: Each Woman is a Rose

Iris Fingerhut
Oberärztin
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

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Eine Geburt ist etwas Wunderbares – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Doch nicht jede Frau empfindet das auch so. Am „Roses Revolution Day" machen Frauen weltweit auf traumatische Geburtserlebnisse aufmerksam. Oberärztin Iris Fingerhut erklärt, warum eine gute Geburtshilfe dieses Thema nicht ignorieren darf.

Frau Fingerhut, worum geht es beim Roses Revolution Day?

Der allgemeinen Auffassung nach ist eine Geburt etwas ausschließlich Schönes – und genau das soll sie auch sein. Leider gibt es aber auch Fälle, in denen Frauen die Geburt ihres Kindes als traumatisierend erlebt haben. Beim Roses Revolution Day am 25. November 2018 machen betroffene Frauen darauf aufmerksam, indem sie eine Rose vor ihrem Kreißsaal niederlegen.

Für uns als Klinik geht es darum, an diesem Tag eindeutig zu sagen: Kommen Sie und sprechen Sie mit uns. Unser Gesprächsangebot hängen wir am Aktionstag auch vor dem Kreißsaal aus.

Wie geht eine Klinik damit um, wenn jemand eine Rose vor dem Kreißsaal ablegt?

Vor einigen Jahren ist vor unserer Tür zum ersten Mal eine Rose abgelegt worden. Das war natürlich nicht schön, aber wir haben daraus gelernt, noch sensibler zu sein. So konnte etwas Gutes daraus werden – nach einem ersten kleinen Schock. Das ist der Grund, warum Vereine wie Mother Hood e.V. den Roses Revolution Day machen.

Wie sorgen Sie dafür, dass sich Mütter bei Ihnen wohlfühlen und sich später gern an die Geburt ihres Kindes erinnern?

Indem wir mit den Müttern sprechen. Bei unseren Kreißsaalführungen ermutigen wir dazu, Gedanken und Sorgen rund um die Geburt aufzuschreiben und in die Klinik mitzubringen. So können wir uns auf jede Frau individuell vorbereiten. Vor der Geburt rede ich mit den Frauen und bereite sie auf mögliche Situationen vor, damit sie sich gut aufgehoben fühlen.

Können Sie sich diese Zeit denn immer nehmen?

Ich finde, man muss sie sich nehmen. Deshalb arbeite ich gern in einer Klinik, wo ich das Gefühl habe, dass diese Zeit da ist. Wenn ich etwas vor der Geburt genau erkläre, brauche ich hinterher viel weniger Zeit für Erklärungen. Die Frau wird sagen: Ich vertraue Ihnen. Sie machen das. Und wir wissen alle, dass ein persönliches Gespräch besser wirkt als viele Medikamente.

Wie die Mutter die Geburt erlebt hat, erfahren Sie aber erst hinterher …

Bei unseren Wochenbett-Abschlussgesprächen bieten wir jeder Frau an, mit uns zu reden – egal, ob wir denken, die Geburt lief super oder die Geburt war etwas schwieriger. Weil es nicht darum geht, was wir denken.

Die Frauen können aber auch zu einem späteren Zeitpunkt zu uns kommen. Wir können immer einen Termin machen und das Erlebte zusammen durchgehen.

Gute Vorbereitung, Geburtsbegleitung und Abschlussgespräche – reicht das einer Frau, die die Geburt als belastend empfunden hat?

Das kann reichen, das muss aber nicht reichen. Bei einem dreitägigen Klinikaufenthalt kommt das bei vielen Frauen ja noch gar nicht raus. Eine Frau will über die Geburt in der Regel nicht zwei bis drei Tage nach der Geburt sprechen. Das kommt später. Die Nachsorgehebammen, die die Wochenbettbetreuung zu Hause machen, kriegen das schon eher mit.

Was können die Nachsorgehebammen leisten?

Das sind Hebammen, die in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt regelmäßig zu den Frauen nach Hause kommen. Die Kosten werden dabei von der Krankenkasse übernommen. Sie kümmern sich um Stillunterstützung, schauen, ob Mutter und Kind gesund sind und sprechen mit den Frauen. Es ist sehr wichtig, dass die nachsorgenden Hebammen wissen, wie sie mit traumatischen Geburtsberichten umgehen. Im April 2019 bieten wir deshalb eine spezielle Fortbildung zu diesem Thema an.

Was passiert bei dieser Fortbildung?

Die Veranstaltung ist in erster Linie für Hebammen gedacht, aber durchaus auch für Ärzte. Dabei wird es um Grenzen und Scham gehen, um Traumatisierung und Geburtshilfe und auch um Wochenbettdepression und psychische Erkrankungen. Das sind sehr aktuelle Themen – was unter anderem auch an Aktionen wie dem Roses Revolution Day liegt.

Im Rahmen der Fortbildung werden sich auch verschiedene Selbsthilfeorganisationen vorstellen, damit zum Beispiel Nachsorgehebammen ihren Müttern Anlaufstellen nennen können, an die sie sich wenden können.

Update: Hier finden Sie alle Informationen zur Fortbildung für Geburtshelfer am 6. April 2019


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