Dialyse-Shunt: Verbindung fürs Leben

Die weißen Stühle vor dem Sprechzimmer sind wie jeden Donnerstag gut besetzt. Pünktlich um 13 Uhr wird der erste Patient im Shuntzentrum in Essen-Rüttenscheid empfangen. Er leidet wie die meisten Patienten unter chronischem Nierenversagen. Sein Blut muss künftig von einer Dialysemaschine gereinigt werden. Doch für die dauerhafte Blutwäsche mit einem Durchfluss von 300 ml Blut pro Minute sind die normalen Venen nicht geeignet. Die Spezialisten im Alfried Krupp Krankenhaus legen deshalb einen speziellen Gefäßzugang, den sogenannten Dialyse-Shunt.

Am Anfang steht ein Beratungsgespräch. Dabei geht es oft zunächst um Grundsätzliches: „Brauche ich den Shunt überhaupt? Wie verändert die Dialyse meinen Alltag?“ – diese Fragen bewegen die Patienten. Schon an dieser Stelle des Gespräches ist es gut, dass den Patienten ein Gefäßmediziner und ein Nephrologe gemeinsam beraten. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im <link>Shuntzentrum des Alfried Krupp Krankenhaus in Essen wird schon seit Jahren erfolgreich praktiziert – vom ersten Beratungsgespräch über die gemeinsame Visite auf der modernen Station mit 2-Bett-Zimmern bis hin zur Nachbetreuung. Diese enge Kooperation ermöglicht es, Shunt-Patienten über die Therapie ihrer Krankheit umfassend aufzuklären und vor allem schnell zu versorgen. Innerhalb von sieben Tagen kann ein Shunt neu gelegt oder repariert werden.

„Für die Patienten ist der Shunt wichtig für den Erhalt der Lebensqualität. Dementsprechend sorgen wir für eine schnelle und sichere Versorgung. Mit bis zu 250 gelegten Shunts pro Jahr gehören wir seit langem zu den führenden Einrichtungen für die Versorgung von Shunt-Patienten in Essen“, erklärt Dr. med. Volker Langen, Oberarzt der<link> Klinik für Gefäßchirurgie und Angiologie. Gemeinsam mit Colette Kronbergs, Oberärztin der <link>Klinik für Nephrologie, Altersmedizin und Innere Medizin,  erklären sie den Patienten in der Sprechstunde zunächst ausführlich das Krankheitsbild. „Wir gehen intensiv auf die Erkrankung der Nieren ein und achten sehr auf die Begleiterkrankungen. Wenn der Patient beispielweise Diabetiker ist oder eine Herzkrankheit hat, passen wir die Behandlung individuell auf ihn an“,  berichtet Colette Kronbergs.

Mit dem Shunt wird eine Verbindung geschaffen, die es sonst nicht gibt. Es wird eine größere Hautvene mit einer gut erreichbaren Arterie verbunden. Vor dem Eingriff untersuchen die Ärzte die Blutgefäße der Patienten ausführlich. Mittels Ultraschall und mit der jahrelangen Erfahrung von über tausend Shunt-Operationen wird die optimale Position für das Anlegen des Shunts bestimmt. Der kleine Eingriff dauert dann nur 30 bis 45 Minuten. Nach zwei Tagen können die Patienten in der Regel wieder nach Hause gehen.

Für den Shunt beginnt nun die sogenannte Reifezeit. Drei bis sechs Wochen dauert es, bis sich die Shuntvene an den erhöhten Blutfluss und den viel größeren Druck angepasst hat. Erst dann kann der Shunt für die Dialyse genutzt werden. Der Aufwand lohnt sich: Die neue Lebensader ermöglicht dem Patienten über Jahre eine lebensrettende Blutwäsche mittels Dialyse.

In Deutschland haben mehrere Millionen Menschen eine eingeschränkte Nierenfunktion. Rund 80.000 Patienten werden laut dem Verband deutscher Nierenzentren langfristig mit der Dialyse therapiert. Die Methode wurde vor über 90 Jahren zu ersten Mal eingesetzt, ständig weiterentwickelt und kann mittlerweile von Kleinkindalter bis ins hohe Alter eingesetzt werden. Die Klinik für Nephrologie, Altersmedizin und Innere Medizin im Alfried Krupp Krankenhaus in Essen bietet alle Hämodialyseverfahren an und kooperiert mit allen Dialysezentren in Essen.

Shuntsprechstunde
Donnerstag, 13 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung

Telefon 0201 434-2636
<link>gefaessmedizin@krupp-krankenhaus.de

 

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