Was ist eigentlich ein ATLS-Provider?

ATLS steht für „Advanced Trauma Life Support“ und ist ein internationaler Standard zur Behandlung von Traumapatienten in der Notaufnahme. Als regionales und lokales Traumazentrum lässt das Alfried Krupp Krankenhaus regelmäßig Ärzte zum „ATLS-Provider“ ausbilden.

Entwickelt wurde das ATLS-Konzept vom amerikanischen Chirurgen Dr. James Styner, der 1976 mit seiner Familie in einem Kleinflugzeug in Nebraska abstürzte. Das örtliche Krankenhaus war mit der Erstversorgung der schwerverletzten Familienmitglieder damals völlig überfordert. Damit sein Schicksal anderen erspart bliebe, entwickelten Styner und einige Kollegen das ATLS-System, das die Erstversorgung von Traumapatienten in einem strengen Ablaufplan organisiert.

„Dieses sogenannte ‚ABCDE-Schema‘ ist für das Schockraumteam wie eine eigene Sprache“, erklärt Dr. med .Marc Knauber, Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. „Es wird immer zuerst die Verletzung behandelt, die akut am lebensbedrohlichsten ist.“ A steht dabei für ein Atemwegsproblem (engl. airway), B für die Atmung (engl. breathing), C für ein Kreislaufproblem (engl. circulation), D für neurologische Defizite (engl. disability) und E für die äußere Untersuchung (engl. exposure). „Wenn ein Kollege sagt, er hat ein ‚B-Problem‘, ist allen klar, dass es um die Atmung des Notfallpatienten geht und dass dieses Problem Vorrang vor einem ‚C-Problem‘ hat“, verdeutlicht Dr. med. Marc Knauber.

Das Schockraumteam besteht in einem lokalen Traumazentrum mindestens aus einem Unfallchirurgen plus Pflegekraft, einem Anästhesisten plus Pflegekraft, einem Allgemeinchirurgen und  einer MTRA-Fachkraft für das Röntgen. In einem regionalen Traumazentrum kommen je nach Unfallhergang weitere Fachärzte hinzu. Damit die interdisziplinär besetzten Teams optimal zusammenarbeiten, ist eine einheitliche Ausbildung zwingend erforderlich. Die ärztlichen Schockraummitarbeiter des Alfried Krupp Krankenhaus absolvieren deshalb die Weiterbildung zum ATLS-Provider, für die Mitarbeiter der Pflege gibt es das Fortbildungsprogramm zum „ATCN-Provider“ (Advanced Trauma Care for Nurses). Die Qualifizierung gibt den Schockraumteams die Sicherheit, richtig zu handeln – und kann Traumapatienten im Ernstfall das Leben retten.

Weitere Informationen zu den Traumazentren im Alfried Krupp Krankenhaus finden Sie hier.

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