Neurochirurgie: Erhöhte Sicherheit durch intraoperatives Neuromonitoring

Für den erfolgreichen Einsatz des intraoperativen Neuromonitorings während des Eingriffs ist eine enge Zusammenarbeit und ständige Kommunikation zwischen den elekrophysiologischen Mitarbeitern am Neuromonitoringgerät, der Anästhesie und dem OP-Team wichtig.

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Im Gehirn verlaufen die Nervenbahnen auf engstem Raum. Wächst hier ein Tumor, sind häufig funktionell wichtige Strukturen betroffen. Bei der möglichst vollständigen Entfernung des Tumors durch einen neurochirurgischen Eingriff besteht deshalb theoretisch das Risiko von Funktionsausfällen. Wichtige Zentren des Gehirns könnten beeinträchtigt werden. In der Klinik für Neurochirurgie des Alfried Krupp Krankenhaus setzen die Ärzte deshalb die Technik des intraoperativen Neuromonitorings ein.

Die Hauptanwendungsgebiete für Neuromonitoring sind die Schädelbasischirurgie (Akustikusneurinome, Meningeome, Trigeminusneuralgie), die mikrochirurgische Behandlung von Gehirntumoren und Eingriffe am Rückenmark. Das intraoperative Neuromonitoring erlaubt es, bei Patienten in Vollnarkose während der Operation ständig die Funktion der sensiblen und motorischen Bahnen zu überwachen. Zusätzlich können je nach individueller Tumorlokalisation Hirnnervenfunktionen wie Hören, Schlucken oder Gesichtsmimik abgeleitet werden.
Für den erfolgreichen Einsatz des intraoperativen Neuromonitorings während des Eingriffs ist eine enge Zusammenarbeit und ständige Kommunikation zwischen den elekrophysiologischen Mitarbeitern am Neuromonitoringgerät, der Anästhesie und dem OP-Team wichtig.

Die elektrophysiologischen Wellen werden auf einem Monitor angezeigt und Signale zum Teil akustisch über einen Lautsprecher wiedergegeben. So erhält das OP-Team fortlaufend Informationen über die neurophysiologische Funktionalität und den Zustand von Nervenbahnen, die für das menschliche Auge trotz der kristallklaren Bilder der modernen Operationsmikroskope nicht erkennbar sind. „Durch die fortlaufende elektrophysiologische Überwachung können wir eventuelle Veränderungen der Potentiale frühzeitig erkennen und intraoperativ unser mikrochirurgisches Vorgehen an die individuellen Gegebenheiten anpassen“, erklärt Prof. Dr. med. Dr. (Univ. Verona) Florian H. Ebner, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie . Er verfügt über langjährige Erfahrung mit dem Einsatz dieser Technik in der Gehirn- und Rückenmarkschirurgie. „Das intraoperative Neuromonitoring dient der maximal sicheren Tumorresektion. Dieses Konzept verbindet die maximal mögliche Radikalität bei der Entfernung des Tumors mit dem Erhalt der neurologischen Funktionen. Dies erhöht die Sicherheit. Zudem können dadurch bisher zum Teil als inoperabel geltende Tumore operiert werden.“

Entsprechend der spezifischen Indikation werden beim Neuromonitoring verschiedene Verfahren eingesetzt. Für die motorisch hervorgerufenen Potenziale (Änderung der Muskelanspannung) werden kortikale Repräsentationsfelder der Bewegung im Gehirn stimuliert und die Bewegungsantworten an den Muskeln abgeleitet. Bei den somatosensorisch hervorgerufenen Potentialen (Erkennen mechanischer Reize) werden periphere Nerven stimuliert und die Aktionspotentiale im Rückenmark und im Gehirn registriert. Auch die Elektromyographie (Messen von Muskelaktivität) sowie die Ableitung akustisch evozierter Potenziale (Erkennen akustischer Reize) kommen zum Einsatz.

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