Celebrate Hope: Hilfe für Uganda

Anika Pousen
Anästhesiepflege

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Uganda zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die medizinische Versorgung ist mangelhaft. Dennoch strahlen die Menschen in Uganda eine große Zufriedenheit und Dankbarkeit aus, sagt Anika Pousen. Die Anästhesiepflegerin aus dem Alfried Krupp Krankenhaus in Essen-Rüttenscheid reiste im Frühjahr 2019 in das ostafrikanische Land, um das Medical Camp der Organisation „Celebrate Hope“ zu unterstützen.

Während in Deutschland auf 1.000 Menschen mehr als vier Ärzte kommen, sind es in Uganda gerade einmal 0,09. Das ostafrikanische Land besitzt fruchtbare Böden, viele Bodenschätze und einen direkten Zugang zum Victoriasee. Dennoch ist das Bruttoinlandsprodukt gering und das Gesundheitssystem chronisch unterfinanziert.

„In den kleineren Städten gibt es manchmal medizinische Einrichtungen, die umsonst sind“, berichtet Anika Pousen, die mit Celebrate Hope im Südosten Ugandas unterwegs war. „In die Betten dieser Häuser würde sich in Deutschland allerdings niemand legen.“ Richtige Krankenhäuser sind für die Landbevölkerung kaum zu erreichen und vor allem unbezahlbar. Das Medical Camp von Celebrate Hope ist deshalb für viele Ugander eine wichtige Unterstützung.

Basisversorgung in fünf Tagen

„Die Menschen kommen von überall her und mit allen Wehwehchen, die sie so haben“, erzählt Anika Pousen. „Es gibt ja nichts Anderes.“ Sehr häufig sind es Bauchschmerzen, Rückenschmerzen und kleinere Verletzungen, die im Medical Camp behandelt werden. „Die Bauchschmerzen kommen von der eher einseitigen Ernährung – viel Reis, Kartoffeln und Mantoke, das sind Kochbananen. Außerdem von verunreinigtem Wasser.“

Im Medical Camp versorgen zwei ugandische und zwei deutsche Ärzte, drei deutsche Krankenschwestern sowie eine medizinische Fachangestellte die dankbaren Patienten. Knapp 1.300 Menschen konnte das Team von Celebrate Hope während des fünftägigen Einsatzes helfen. In dem Camp nahe der tansanianischen Grenze geht es dabei vor allem um eine gute Basisversorgung. Zweimal pro Jahr kann Celebrate Hope das Camp anbieten.

„Die Patienten bekommen einen Malaria-Schnelltest und einen Aidstest. Diesmal war auch ein Chirurg dabei, der zum Beispiel einen Schlangenbiss am Zeh und einen kleineren Tumor an der Nase operieren konnte.“ Bei schwereren Erkrankungen versucht das Team, eine Krankenhausbehandlung zu organisieren.

Anika Pousen konnte bei Ihrem Einsatz auf ihre Erfahrungen in der Notaufnahme zurückgreifen: „Die Patienten saßen auch hier im Wartebereich und wurden von uns triagiert.* Das heißt wir haben bei Ankunft direkt den Blutdruck und den Puls gemessen und wenn die Patienten mit Fieber kamen sofort den Malaria-Schnelltest durchgeführt. Dann ging es für sie in den nächsten Wartebereich – also eine Plastikstuhlreihe weiter – und schließlich in unser Behandlungszelt.“

Hilfe auf der grünen Wiese

Tatsächlich besteht das Medical Camp aus einem großen Pavillon, der flexibel für jeden Einsatz neu aufgebaut werden kann. „Das Medical Camp findet jedes Mal an anderen Orten statt, damit alle umliegenden Gemeinden davon profitieren“, erklärt Anika Pousen. „Obwohl wir nur eine Basisversorgung anbieten können, kommen die Patienten von weit her, nehmen auch lange Wartezeiten geduldig in Kauf und sind einfach dankbar für die Behandlung.“ Eine Tatsache, die die Gesundheits- und Krankenpflegerin sehr beeindruckt hat: „Wir vergessen hier manchmal, wie gut es uns geht. Da könnten wir durchaus auch etwas gelassener sein.“

Im nächsten Jahr möchte Anika Pousen unbedingt wieder nach Uganda reisen – nicht nur, um das Medical Camp zu unterstützen: „Ich habe auch ein Patenkind dort. Sie heißt Joan und ist neun Jahre alt. Ich unterstütze Joan und ihre Familie während der Grundschulzeit. Die Familie erhält Kaffeepflanzen, mit denen sie sich eine Existenz aufbauen kann. Für Familien ohne Anbaugebiet können es auch mal Hühner oder eine Kuh sein. Wenn ich im nächsten Jahr wieder mit Celebrate Hope reise, werde ich Joan auf jeden Fall besuchen. Darauf freue ich mich sehr.“

Weitere Informationen

Projektberichte sowie Möglichkeiten zur Unterstützung gibt es auf der Webseite von Celebrate Hope Germany e.V. Kennenlernen kann man den Verein auch bei einer Konzertreihe des Ugandischen Schulchores Tumaini Voices, vom 12. bis zum 15. September 2019 in Moers.

 

* Triagierung

Triage beschreibt ein Verfahren zur Ersteinschätzung der Schwere einer Erkrankung oder Verletzung eines Patienten in der Notaufnahme. Der Beginn einer Behandlung richtet sich immer nach der medizinischen Behandlungsdringlichkeit. So kann sichergestellt werden, dass Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen sofort behandelt werden. Das Alfried Krupp Krankenhaus setzt in den Notaufnahmen in Essen-Rüttenscheid und Essen-Steele die sogenannte „Manchester-Triage“ ein. Weitere Informationen

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