Der Medizintipp: Postbariatrische Chirurgie

Die menschliche Haut ist sehr flexibel und hält auch große Gewichtszunahmen aus. Nach einer erfolgreichen Therapie der Adipositas bildet sich die überschüssige Haut allerdings häufig nicht vollständig zurück. Die so entstandenen Hautlappen können durchaus Probleme machen. Mit einem chirurgischen Eingriff kann Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Hauser Betroffenen aber helfen.

Nach einer chirurgischen Therapie der Adipositas (bariatrische Operation) verlieren Patienten 50 Kilogramm Körpergewicht und mehr. Die Haut – in der Vergangenheit stark gedehnt – bildet sich dann häufig nicht entsprechend zurück. Der Grund sind verletzte Gewebestrukturen. 

„Wenn das Fettgewebe unter der Haut durch den bariatrischen Eingriff weggeschmolzen ist, hat das leider oftmals zur Folge, dass die darüber liegende Haut nicht im adäquaten Maß mit zurückschrumpft", erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Hauser, Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Äshtetische Chirurgie, Handchirurgie. „Die Haut hängt dann in großen, ästhetisch störenden und vor allen Dingen auch funktionell störenden Hautlappen am Körper herunter".

Dem Therapieziel eines gesunden Körperbildes steht dieser ästhetische Makel im Weg. Schwerwiegender sind jedoch die medizinischen Gründe: Schweißbildung und Reibung können zu Infektionen unter den Hautlappen führen. Auch die Bewegungsfreiheit und das Tragen von Alltagskleidung können durch die Hautlappen massiv eingeschränkt sein.

Die postbariatrische Chirurgie kann deshalb als Behandlungsschritt nach einer erfolgreichen Adipositastherapie bei vielen Patienten durchaus begründet sein. Die Eingriffe (Dermolipektomie) sind medizinisch indiziert und grenzen sich damit klar von der ästhetischen Chirurgie ab. Bei der Entfernung der Hautlappen sind ein harmonisches und funktionelles Ergebnis sowie eine gute Wundbehandlung essentiell. Hier ist ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie gefragt: „Man muss in speziell geplanten Operationen die Schnittführung und das Entfernen dieser Hautweichteile chirurgisch planen und mit dem Patienten besprechen, um nachher auch ein wirklich gutes, ästhetisches Körperbild erreichen zu können", erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Hauser. Nach einer postbariatrischen Operation rät er Patienten, ihr Gewicht zu halten: „Eine massive erneute Gewichtszunahme könnte sonst das kosmetische und auch funktionelle Ergebnis wieder negativ beeinflussen."

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