Thrombektomie: Wiedereröffnung der Gefäße nach Schlaganfall

Prof. Dr. med. René Chapot

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Rund 350.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Schlaganfall. In 80 Prozent der Fälle ist die Ursache der Verschluss eines Hirngefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus).

Diese Thromben sind zwar manchmal nur so groß wie ein Sandkorn, können aber dafür verantwortlich sein, dass das Hirngewebe nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Je nach betroffener Hirnregion treten dann Lähmungen von Gesicht, Arm oder Bein auf. Auch Sprachstörungen, Sehstörungen, Doppelbilder oder Bewusstlosigkeit sind immer ein Warnsignal. Die Symptome sind vielfältig und sollten ernstgenommen werden. Hier heißt es: Sofort den Rettungsdienst informieren.

Hält eine Mangelversorgung an, geht Hirngewebe innerhalb weniger Minuten unwiederbringlich verloren. In Folge bleiben körperliche Behinderungen. Wichtig ist also, dass Betroffene unmittelbar nach Symptombeginn in eine Klinik mit entsprechender fachlicher Erfahrung und gerätetechnischer Ausstattung eingewiesen werden.

Nach sorgfältiger Untersuchung mittels neuester Computertomographie-Technologie (Angiografieanlage Artis Zee Biplan und Artis icono biplan) werden betroffene Patienten am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen rund um die Uhr durch ein interdisziplinäres Team aus spezialisierten Neurologen und Radiologen behandelt.
“Je früher der Patient nach Beginn der Symptome zu uns kommt, umso größer ist die Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Gefäße“, betont Prof. Dr. med. René Chapot, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie. " Das Mittel der Wahl heißt dann Thrombektomie.“ 
Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet: mechanische Entfernung eines Blutgerinnsels aus einem Hirngefäß. Diese Behandlung erfolgt mittels Kathetertechnik. Dabei wird dem Patienten (in Narkose) ein sehr dünner, flexibler Schlauch (Mikrokatheter) mit einem Durchmesser von weniger als 0,9 Millimeter von der Leistenarterie zu dem verschlossenen Hirngefäß geschoben. Im weiteren Vorgehen wird es dann entweder mit einer Einfangvorrichtung aus dem verschlossenen Gefäß entfernt, beziehungsweise abgesaugt oder das verschlossene Gefäß wird mit einer Gefäßstütze (Stent) wieder durchgängig gemacht.

Bislang galt die Gabe von Medikamenten über eine Vene zu Gerinnselauflösung als einzige ausreichend belegte Therapie zur Akut-Behandlung des Schlaganfalls (Thrombolyse). Eine erfolgreiche Auflösung des Gerinnsels gelingt damit aber nicht immer. Aktuelle Studien belegen, dass mit der Thrombektomie in gut 80 Prozent eine Wiedereröffnung der großen Hirngefäße gelingt. Drei von fünf Patienten gewinnen dadurch ihre funktionelle Unabhängigkeit zurück, das heißt sie sind drei Monate nach dem Schlaganfall im Alltagsleben nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen.

„Heute ist durch diese hochspezielle Kathetertechnik vieles möglich, was vor einigen Jahren noch völlig undenkbar war,“ weiß Prof. Dr. med. René Chapot, der mit seine Team jährlich etwa 400 Thrombektomien erfolgreich durchführt. Aber am besten sei es nach wie vor, die Risikofaktoren, die einen Schlaganfall auslösen können, zu senken: Hierzu können Patienten viel durch einen gesünderen Lebensstil beitragen: „Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit, Rauchen und Herzrhythmusstörungen ernst nehmen und behandeln lassen.“ lautet sein nachdrücklicher Rat.

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