High-Tech-Medizin in der Villa Hügel

Die Villa Hügel und die Parkanlage liegen noch im morgendlichen Novembernebel, als Dr. med. Stephan Buse im hell erleuchteten Saal des großen Hauses über 50 internationale Fachmediziner zum Krupp Robotic Symposium 2019 begrüßt. Auf einer großen Leinwand hinter ihm und auf mehreren Monitoren im holzvertäfelten Raum leuchtet schon das Live-Bild eines Operationssaals.

Live-OP mit dem da-Vinci-Roboter

Aus dem Alfried Krupp Krankenhaus in Essen wird gleich eine High-Tech Operation in das historische Ambiente des ehemaligen Familiensitzes der Krupp-Familie übertragen: Eine da-Vinci-roboter-assistierte Zystektomie mit intrakorporaler Harnableitung. Es geht um die Entfernung einer von Krebs befallenen Harnblase, aber nicht mittels einer konventionellen, also „offenen“ Operation, sondern durch die Verbindung von klassischer Schlüssellochchirurgie mit modernster Roboter-Technik.

Während die hochauflösenden Bilder auf den Bildschirmen tiefe Einblicke in die Operationsmethodik und perfekten Anschauungsunterricht geben, wird live kommentiert und diskutiert. Dr. med. Stephan Buse, Chefarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie, hat für den fachlichen Austausch bekannte Experten aus London, New York, Kiel und Gent gewinnen können.

Prof. Dr. Karel Decaestecker von der Universitätsklinik Gent macht den Anfang im OP. Der Belgier operiert im Steeler Haus einen 76 Jahre alten Patienten, der sich in guter körperlicher Verfassung befindet. Karel Decaestecker, gerade mal 38, gilt in der Szene als Supertalent. Ihm gelingt die Operation problemlos – und erwartungsgemäß ohne großen Blutverlust beim Patienten. Während des Eingriffes steht er dem Auditorium in der Villa Hügel Rede und Antwort.

Dem „Jungstar“ folgt ein Routinier. Prof. Peter Wiklund ein „Pionier“ in Sachen Robotic, hat bereits deutlich mehr als 3000 Operationen geleistet. Er praktiziert im Mount Sinai/New York und in seiner schwedischen Heimat, im nicht minder berühmten Karolinska-Institut Stockholm. War Prof. Dr. med. Karel Decaestecker für die Zystektomie zuständig, so nimmt Prof. Dr. med. Peter Wiklund – natürlich ebenfalls live und im Dialog mit den Medizinern auf dem Podium - die intrakorporale Harnableitung vor.

Neben den beiden Operateuren stehen Gastgeber Dr. med. Stephan Buse mit Prof. Shamim Khan vom Londoner King’s College und Prof. Dr. med. Klaus-Peter Jünemann vom Kieler Universitätsklinikum zwei weitere ausgewiesene Experten zur Seite. Prof. Dr. med. Klaus-Peter Jünemann, unter anderem Vorsitzender der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft und für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, hat zum Beispiel das „Kieler Konzept“ mitgestaltet und damit einen maßgeblichen Beitrag zur „Rehabilitation der erektilen Funktion geleistet“. Impotenz und Inkontinenz sind schließlich nach wie vor erhebliche Operationsrisiken.

Studie zeigt Vorteile der Roboter-OP

Auch wenn noch nicht eindeutig bewiesen ist, dass die roboterassistierte laparoskopische Zystektomie (RARC) die spätere Mortalitätsrate im Vergleich mit der „offenen“ Operationsmethode senkt, haben Studien einige Vorteile der RARC benannt. Im statistischen Mittel ist der Blutverlust geringer, die Patienten leiden weniger unter Wundschmerz, können früher das Krankenhaus verlassen und müssen mit weniger Komplikationen rechnen. Auch die Ärzte profitieren, denn das Nähen fällt den Operateuren vergleichsweise leicht. Wohl alle versammelten Experten dürften deshalb die Meinung von Prof. Dr. med. Klaus-Peter Jünemann teilen, der kürzlich in einem Interview klipp und klar gesagt hatte: „Ich will die offene Chirurgie verdrängen.“

Nach einem Vortrag und einigen Masterclass-Videos endet der Robotic-Tag in der Villa Hügel mit einer von Dr. med. Stefan Buse geleiteten Diskussion, die den Wert und die Bedeutung einer hochklassigen roboterassistierten laparoskopischen Zystektomie herausstellt.

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