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Gezielte Maßnahmen zur Vorbeugung für Patienten und Besucher

Patienten und ihre Angehörigen können einen großen Beitrag dazu leisten, Infektionen im Krankenhaus zu vermeiden. In deutschen Krankenhäusern kommt es jährlich zu schätzungsweise 80.000 bis 180.000 vermeidbaren Krankenhausinfektionen, von denen 1.500 bis 4.500 tödlich enden.

Damit Sie sich selbst und Ihre Angehörigen vor vermeidbaren Infektionen während des Krankenhausaufenthaltes zu schützen, hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. hilfreiche Tipps und Informationen zusammengestellt. 

Sicherer Umgang mit multiresistenten Keimen (PDF)

Erfolgreich gegen Krankenhauskeime (PDF)

Sicher im Krankenhaus - Patientenratgeber des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (PDF)

Händehygiene

Die wichtigste Maßnahme ist die Händehygiene.

  • Ebenso wie das medizinische Personal sollten auch Sie großen Wert darauflegen, sich nach Kontakt mit möglicherweise verunreinigten Gegenständen und Toilettenbenutzung regelmäßig die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Die Reinigung ist generell mit alkoholischen Desinfektionsmitteln oder durch Waschen mit Wasser und Seife möglich. Entscheidend ist, dass Sie es nicht vergessen. 
  • Wenn Sie beobachten, dass das medizinische Personal die Händehygiene vergessen hat, sprechen Sie die Mitarbeiter an. Erinnern Sie auch Familienangehörige und Freunde, wenn sie zu Besuch kommen.
  • Gefäßkatheter und Harnwegkatheter sollten sobald wie möglich gezogen werden, wenn sie nicht mehr notwendig sind. Sprechen Sie die Ärzte oder das Pflegepersonal ggf. darauf an.
  • Wenn Sie einen Gefäßkatheter, Harnwegkatheter oder anderen Katheter haben beziehungsweise andere in den Körper eindringende Verfahren (invasive Verfahren) eingesetzt werden, versuchen Sie bitte diese Gegenstände nicht zu berühren. Durch häufige zusätzliche Berührungen wird das Risiko erhöht, dass Keime aus der Umgebung, zum Beispiel von der Haut entlang dieser Eintrittspforten in normalerweise keimfreie Körperbereiche (wie Blutbahn oder Harnblase) gelangen und Infektionen auslösen.
  • Nehmen Sie Antibiotika nur wenn sie Ihnen verschrieben wurden. Unnötige Antibiotika‐Gaben führen zur Förderung von Widerstandsfähigkeiten der Keime. 
  • Wenn massiver Durchfall auftritt, sollten Sie die Ärzte unbedingt informieren, es könnte sich eine Clostridium difficile‐Infektion dahinter verbergen, die oft im Zusammenhang mit Antibiotika‐Anwendung auftritt. Beobachten Sie sich selbst auch im Hinblick auf die Entwicklung von anderen Infektionssymptomen wie beispielsweise Fieber, Schwellungen oder Rötungen. 
  • Wenn Sie zu entsprechenden Risikogruppen gehören, zum Beispiel chronisch Kranke, Schwangere oder ältere Patienten, lassen Sie sich vor geplanten Krankenhausaufenthalten impfen, zum Beispiel Pneumokokkenimpfung, Influenza‐Impfung).
  • Wenn mögliche Infektionsrisiken auf Sie zutreffen, sollten Sie ihre Ärzte darauf ansprechen.

 

(Quelle: Aktionsbündnis Patientensicherheit)

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Besuche im Krankenhaus

Als Besucher muss ich keine Angst haben, wenn ich einen Patienten mit einem multiresistenten Keim besuche, auch dieser Patient braucht Zuwendung. Diese Keime werden nur über direkten Kontakt übertragen und fliegen nicht durch die Luft. Entscheidend ist die Händedesinfektion bei Verlassen des Zimmers.   

Besondere Maßnahmen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Patienten mit geschwächtem Immunsystem müssen in besonderer Weise vor Keimen aus der Umwelt geschützt werden. Die Patienten werden deshalb im Einzelzimmer untergebracht, um zu verhindern, dass Keime aus der Umgebung, zum Beispiel von Nachbarpatienten oder aus der Außenluft, zu ihnen gelangen und bei Ihnen Infektionen auslösen. In der Phase des geschwächten Immunsystems würde dies zu großen Problemen führen. Auf jeden Fall muss der Besuch von Angehörigen beim medizinischen Personal angemeldet werden und Besucher müssen in Bezug auf zusätzliche Schutzmaßnahmen eingewiesen werden.

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Wundinfektionen nach Operationen

Symptome bei Wundinfektionen nach einer Operation sind Rötung der Haut, Schmerzen im Wundbereich, Absonderungen aus der Wunde und Fieber. In diesen Fällen ist eine Behandlung mit einem Antibiotikum notwendig und sinnvoll.

Was kann der Patient zur Vorbeugung beitragen?

Vor der OP:
Information der Ärzte über mögliche Probleme, zum Beispiel Allergien oder Diabetes, auch Übergewicht kann ein zusätzliches Risiko darstellen; Rauchen sollte gestoppt werden, möglichst bereits vor der OP; im Bereich der OP‐Wunde sollten keine Irritationen der Haut zu finden sein.

Nach der OP:
Vor jeder Untersuchung sollten alle Mitarbeiter eine Händedesinfektion durchführen, sprechen Sie die Mitarbeiter an, wenn Sie es nicht beobachtet haben; Familienmitglieder und Freunde sollten auch eine Händedesinfektion vor dem Besuch durchführen, sie sollten nicht die Wunde oder den Verband berühren.

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Umgang mit Gefäßkathetern

Gefäßkatheter werden in die Venen des Körpers eingeführt (am Hals, an der Brust, am Arm, in der Leiste) und benutzt, um Blut für die Diagnostik zu erhalten oder Arzneimittel zu verabreichen. Sie stellen eine Eintrittspforte für Keime dar. 

Im Falle einer durch Katheter ausgelösten Infektion entwickelt der Patient Fieber und Schüttelfrost oder die Haut um die Eintrittsstelle schmerzt und ist gerötet. Man kann diese Infektionen durch Antibiotikagabe behandeln, in der Regel wird der Katheter gezogen.

Was kann der Patient zur Vorbeugung beitragen?
Bitten Sie die Ärzte oder das Pflegepersonal um Erklärung, warum Sie den Katheter benötigen und wie lange er liegen soll.

Beobachten Sie, ob die notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen im Umgang mit dem Katheter eingehalten werden, insbesondere ob vor jedem Kontakt mit dem Katheter oder Infusionssystem eine Händedesinfektion erfolgt ist. Sprechen Sie die Mitarbeiter ggf. darauf an. 
Wenn der Verband an der Eintrittsstelle feucht oder schmutzig geworden ist, informieren Sie das Pflegepersonal. 
Informieren Sie das Pflegepersonal, wenn die Umgebung der Eintrittsstelle gerötet ist oder schmerzt. 
Familienmitglieder und Freunde sollten auch eine Händedesinfektion vor dem Besuch durchführen, sie sollten den Katheter oder das Infusionssystem nicht berühren. 


Was sollte nach der Krankenhausentlassung beachtet werden?
Sofern der Katheter vor der Entlassung noch nicht gezogen werden kann, lassen Sie sich vom medizinischen Personal über den Umgang mit dem Katheter genauestens informieren. Fragen Sie zum Beispiel ob Sie. mit dem Katheter duschen dürfen und wie Sie den Verbandswechsel durchführen sollen. 
Führen Sie immer eine Händedesinfektion durch bevor Sie mit dem Katheter in Kontakt kommen. 
Beobachten Sie sich im Hinblick auf das Auftreten von Symptomen wie Schmerzen und Rötung an der Eintrittsstelle oder Fieber und kontaktieren Sie bei Auftreten sofort den Arzt.

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Umgang mit Harnwegkathetern

Harnwegkatheter werden in die Blase eingeführt (über die Harnwege oder die Bauchhaut) und benutzt, um den Harn abzuleiten oder die Ausscheidung zu messen. Sie stellen eine Eintrittspforte für Keime dar. 

Im Falle einer durch Katheter ausgelösten Harnweginfektion kann der Patient Fieber bekommen, es kann zu Brennen und Schmerzen im Unterbauch kommen, eventuell befindet sich Blut im Urin. Diese Symptome treten allerdings nicht zwangsläufig auf. Man kann Harnweginfektionen durch Antibiotikagabe behandeln, wenn möglich wird der Katheter gezogen.


Was kann der Patient zur Vorbeugung beitragen?

  • Fragen Sie jeden Tag, ob der Katheter noch gebraucht wird. 
  • Beobachten Sie, ob die notwendigen Präventionsmaßnahmen im Umgang mit dem Katheter eingehalten werden, insbesondere ob vor jedem Kontakt mit dem Katheter eine Händedesinfektion erfolgt ist.
  • Befolgen Sie diese Regeln auch selbst. 
  • Der Urinbeutel soll immer unter Blasenniveau gehalten werden. 
  • Nicht am Katheter ziehen oder zerren, nicht die Katheterverbindung drehen. 
     

Was sollte nach Krankenhausentlassung beachtet werden?

  • Sofern der Katheter vor der Entlassung noch nicht gezogen werden kann, lassen Sie sich vom medizinischen Personal über den Umgang mit dem Katheter genauestens informieren.
  • Beobachten Sie sich im Hinblick auf das Auftreten von Symptomen wie Brennen und Schmerzen, Fieber oder vermehrter Urinausscheidung und kontaktieren Sie bei Auftreten sofort den Arzt.

 

(Quelle: Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.)  

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Informationsquellen

Aktion Patientensicherheit e.V.
Prof. Dr. Petra Gastmeier, Charité Universitätsmedizin Berlin

Robert-Koch‐Institut
Das Robert Koch‐Institut koordiniert die Arbeit der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention). Diese Kommission erarbeitet nationale Empfehlungen für die Infektionsprävention, die auf den oben genannten Web‐Seiten zu finden sind.

Nationales Referenzzentrum (NRZ) für die Surveillance von nosokomialen Infektionen
Circa 1000 deutsche Akutkrankenhäuser beteiligen sich auf freiwilliger Basis an diesem nationalen Surveillance‐System für Krankenhausinfektionen (Krankenhaus‐Infektions‐Surveillance‐System (KISS), das heißt sie liefern nach einheitlichen Definitionen und Methoden für bestimmte Risikogruppen (separate Module) regelmäßig ihre Infektionen an KISS. Auf dieser Basis können Orientierungswerte für die Häufigkeit von Infektionsraten in den verschiedenen Bereichen geschaffen werden, die im Rahmen des Qualitätsmanagements für die Krankenhäuser wichtig sind. Das NRZ liefert auch Daten an das „European Centre für Prevention and Control" (ECDC), das auch europäische Vergleichsdaten für Krankenhausinfektionen generiert.

Aktion saubere Hände
Gemeinsame Aktion des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance von Krankenhausinfektionen (NRZ), der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (GQMG) und des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) zur Verbesserung der Durchführung der Händehygiene in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Die Aktion saubere Hände entstand nach dem Vorbild der WHO‐Kampagne „Clean care is safer care“ und ist inzwischen eine der weltweit größten Kampagnen auf diesem Gebiet.