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Zertifizierte Qualitätssicherung

Verleihung des MRE-Siegels 2018, Foto: Peter Prengel, Stadt Essen

Das Alfried Krupp Krankenhaus hat das Zertifikat der Modellregion Hygiene und das Qualitätssiegel MRSA erhalten.

Zertifikat Modellregion Hygiene

Das Aufkommen multiresistenter Erreger wird immer häufiger; jährlich infizieren sich knapp 500.000 Patienten mit Keimen, die in manchen Fällen sogar tödlich sein können. Für Krankenhäuser gelten daher strenge Auflagen, die mit neuen gesetzlichen Vorgaben einhergehen. Unter anderem sind regelmäßige Fortbildungen an Ärztekammern zur Pflicht geworden. Aber damit nicht genug: Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter sind mehr denn je gefordert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und gemeinsam daran zu arbeiten, die Hygienevoraussetzungen zu verbessern. 

Dies geschieht im Ruhrgebiet seit einiger Zeit interdisziplinär. Im Rahmen des Projektes „Modellregion Hygiene Ruhrgebiet“ bündeln Mikrobiologen, Krankenhaushygieniker sowie weitere Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen ihre Kompetenzen, tauschen Erfahrungen aus und lernen aus den Best-Practice-Lösungen. 

Dem Alfried Krupp Krankenhaus wurde nun eine erfolgreiche Teilnahme an dem Konzept zur Verbesserung der Krankenhaushygiene zertifiziert. Die Arbeitsgruppe des Alfried Krupp Krankenhaus hat sich vor allem mit der Hygiene in den Bereichen Zentrale Notaufnahme, Intensivstation, Zentral-OP und Isolierzimmern beschäftigt.

Projektvorstellung: "Modellregion Hygiene Ruhrgebiet"
Die Akteure in der Krankenhaushygiene stehen vor einer differenzierten Problematik. Zum einen werden die Herausforderungen etwa durch multiresistente Keime immer anspruchsvoller, zum anderen sind die Hygieneverantwortlichen in den Einrichtungen oft als Einzelkämpfer unterwegs. Auch mit einer entsprechenden Weiterbildung ausgestattet, fehlt vielen ein erfahrener Ansprechpartner, von dem sie aus der Praxis lernen können. So stellt sich für viele dieselbe Frage zur selben Zeit und jeder muss seine eigene Lösungsstrategie entwickeln. 
Diesem Nebeneinander möchte die Modellregion Hygiene Ruhrgebiet mit einem einfachen wie wirkungsvollen Mittel begegnen: Erfahrungsaustausch. 
In kleinen Gruppen von drei bis vier Einrichtungen finden sich die Mitglieder zu regelmäßigen Gesprächstreffen und Hospitationen zusammen. Mindestens einmal im Jahr muss jede Einrichtung eine Begehung ermöglichen, deren Ergebnis dokumentiert wird. 
Hierbei geht es nicht um das Suchen und Finden von Mängeln, sondern um einen Blick auf Verbesserungsmöglichkeiten durch einrichtungsexterne Fachleute. Diese Vorgehensweise verdeutlicht das Grundanliegen der Modellregion, die Krankenhaushygiene möglichst kostenneutral zu verbessern. 
Koordiniert wird das Vorhaben durch die Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Essen, die Abteilung für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin der Ruhr-Universität Bochum, den Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. sowie der Barmer GEK. 
Weitere Informationen unter: www.uk-essen.de/krankenhaushygiene

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Verleihung des MRE-Hygiene-Siegels

Nach 2013 und 2016 ist im Essener Rathaus 2018 bereits zum dritten Mal das MRE-Hygiene-Siegel für Qualität und Transparenz vergeben worden. Ausgezeichnet wurden auch die Häuser des Alfried Krupp Krankenhaus.

Das Siegel wird seit 2013 vom Gesundheitsamt der Stadt Essen und dem Netzwerk Essener Standard - Schutz vor Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) verliehen. Zum zweiten Mal in Folge haben alle 14 Essener Akut-Kliniken die Standards zur Bekämpfung und Prävention von Multi-Resistenten Erregern erfüllt und können sich damit über eine erneute Zertifizierung freuen. Verleihen wurde das Siegel auch an die beiden Häuser des Alfried Krupp Krankenhaus.  

Bei der feierlichen Übergabe des Zertifikats der Stufe 2 an die Vertreter der Krankenhäuser durch Oberbürgermeister Thomas Kufen, Gesundheitsdezernent Peter Renzel und Dr. Rainer Kundt, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Essen, wies das Stadtoberhaupt auf die Bedeutung des Siegels angesichts eines gestiegenen Bewusstseins für Hygienestandards in Mitteleuropa hin: "Die Essener Gesundheitskonferenz hat schon im Jahr 2007 beschlossen, im Kampf gegen multiresistente Keime sektorenübergreifend und interdisziplinär einen Standard zu entwickeln und umzusetzen. Dies führte zur Gründung des Essener Netzwerkes MRE. Darin arbeiten verschiedene Dienstleister der Gesundheitswirtschaft eng zusammen, um dem zunehmenden Problem mit multiresistenten Erregern entgegenzutreten. Diesen Kampf müssen wir auch zukünftig auf hohem Niveau weiterführen. Dabei ist das Siegel, das die Arbeit des Netzwerkes und die hohe Qualität der Siegelträger transparent macht, eine große, sichtbare Unterstützung, um Vertrauen bei den Patientinnen und Patienten zu schaffen", hob der Oberbürgermeister Thomas Kufen den Mehrwert der Auszeichnung für die zertifizierten Häuser hervor.

Ziel des Siegels ist vor allem, die Essener Krankenhäuser zur Erreichung eines überdurchschnittlichen Hygiene-Standards zu motivieren, immer wieder aktuelle Standards zu definieren und diese über die Qualitätsziele des Siegels umzusetzen, die Kommunikation zwischen Gesundheitsamt und den Kliniken zu intensivieren und den Gesundheitsstandort Essen zu stärken.

Die vom Netzwerk Essener Standard entwickelten Maßnahmen sind 2012 auch in die Projektliste der Landesinitiative "Gesundes Land Nordrhein-Westfalen" aufgenommen worden. Derzeit erarbeitet das Netzwerk unter Leitung von Dr. Rainer Kundt und Anne Eva Lauprecht bereits die erweiterten Kriterien für das Siegel der Stufe 3. Das nun vergebene Siegel Zwei behält Gültigkeit bis zum 31. März 2018.

Zum Hintergrund:
In Deutschland kommt es Schätzungen zufolge jährlich zu mindestens 400.000 bis 600.000 Infektionen im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen. 94 Prozent dieser Infektionen werden durch Antibiotika-empfindliche Bakterien, die meist aus der Patienten-eigenen Flora stammen, verursacht. Bei etwa sechs Prozent jedoch handelt es sich um Bakterien mit besonderen Antibiotika-Resistenzen, sogenannte multiresistente Erreger (MRE). Dies erschwert die Behandlung, führt häufig zu einem verlängerten Aufenthalt im Krankenhaus mit stärkeren Belastungen für die Patienten und je nach Erreger zu besonderen Hygiene-Schutzmaßnahmen. Krankenhäuser gelten als besonderer Risikobereich, da hier besonders kranke, zunehmend ältere und oftmals mehrfacherkrankte Patientinnen und Patienten behandelt werden. 

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